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Herbstliche Radtouren am Niederrhein – Mein Best of

06.10.2023

Ich durfte für euch schon einige Radtouren am Niederrhein machen. Höchste Zeit euch mein kleines „Best of“ vorzustellen. Gerade jetzt im Herbst bietet sich eine Tour perfekt an. Wie wäre es mit der Rad-Rundtour durch Wesel und Hamminkeln zum Thema Nachhaltigkeit oder der grenzüberschreitende Radfernweg Via Romana durch Kleve & Co.? Auch der Kreis Viersen bietet mit der „Schmugglern auf der Spur“-Route ab Brüggen und durch Niederkrüchten jede Menge Abwechslung, genauso wie die Augmented Reality-Radroute Tim Berresheims Bilderreise im Heinsberger Land. Bereit?

 

Rad-Rundtour durch Wesel & Hamminkeln

63 Kilometern, 17 Stationen, eine landschaftlich reizvolle Kulisse und das tolle Motto „Nachhaltigkeit liegt auf dem Weg“ – das sind die Eckdaten der Rad-Rundtour durch Wesel und Hamminkeln, die ich bereits im letzten Jahr für euch auf Herz und Nieren testen durfte. Entwickelt wurde die Radtour als Gemeinschaftsprojekt von der EntwicklungsAgentur Wirtschaft und der Fachstelle Europa und nachhaltige Kreisentwicklung des Kreises Wesel.

Mein Tipp

Bevor ihr startet, empfehle ich euch den dazugehörigen Flyer bequem runterzuladen oder beim Kreis Wesel anzufordern. Die Tour verläuft nicht auf einer markierten Route und um die insgesamt 17 abwechslungsreichen Stationen zu erreichen, findet ihr auf dem Flyer die Adressen oder könnt die GPS-Daten nutzen, die ebenfalls dort hinterlegt sind.

 

 

Was euch erwartet?

Jede Menge beeindruckende niederrheinische Landschaften mit ihren weiten Flussniederungen, dichten Wäldern, malerischen Dörfern und beschaulichen Städten treffen auf spannende Projekte rund um das Thema Nachhaltigkeit, auf regionale Spezialitäten sowie saisonales Obst und Gemüse in den Hofläden von Direktvermarktern. In einer der urigen Bauernhofcafés könnt ihr etwa selbstgemachten Kuchen direkt verköstigen.

Wir sind damals an der ersten Station der Route am Bahnhof in Wesel gestartet, genauer an der Radstation „Gleis 31“ und haben dort unsere vorbestellten, giftgrünen NiederrheinRäder abgeholt. Hier bei dem gemeinnützigen Verein Spix e.V. arbeiten bis zu 12 Menschen mit seelischen Erkrankungen und bekommen partnerschaftliche Hilfe und eine Tagesstruktur.

 

 

Von dort aus führt der nächste Weg zur Station 7 nach Wesel-Lackhausen, genauer zum Projekt „Korn B“. Landwirt Walter Buchmann hat uns dort mehr über das von der Stadt Hamminkeln initiierte Projekt verraten, an dem mehrere Betriebe in der Region wie etwa die Niederrhein-Westfälische Braumanufaktur und das Café Winkelmann aus Hamminkeln beteiligt sind. Der Gedanken dahinter: Unter dem Motto „Auf zu neuen Feldern“ werden alte Getreidesorten wieder zum Leben erweckt und verarbeitet. Habt ihr schon mal von dem Zwergweizen „Gelber Igel“ oder der Chevalliergerste gehört?

Auch kulturell hat die Route mit der Station 2 und dem Schloss Ringenberg einiges zu bieten. Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es hier sogar eine Schlossführung, bei der ihr in die adelige Lebenswelt eintauchen könnt. Gleich um die Ecke gibt es das Land-Café Alpakas am Schloss. Hier habt ihr u.a. die Möglichkeit, nicht nur leckeren Kaffee und Kuchen zu genießen, sondern auch Alpakas zu beobachten.

Weitere Stationen sind u.a. das Naturschutzgebiet Dingdener Heide, die Obstkelterei van Nahmen in Hamminklen, das Gradierwerk + Kneipp-Becken in Hamminkeln-Dingden, Clostermann Organics in Wesel-Bislich und viele mehr.

 

Von Xanten bis Nimwegen auf der Via Romana

Wenn ihr auf den Spuren der Römer wandeln bzw. radeln wollt, dann ist mein nächster Tipp perfekt für euch – der rund 260 Kilometer lange grenzüberschreitende Radfernweg Via Romana entlang der antiken Limesstraße der Römer. 1992 wurde diese zum Leben erweckt und führt von Xanten über Kalkar, Bedburg-Hau, Kleve und Kranenburg und auf der niederländischen Seite weiter nach Berg en Dal, Mook en Middelaar, Cuijk, Nimwegen und wieder zurück.

Mein Tipp

Unterwegs auf der Via Romana bieten sich zahlreiche Zwischenstopps in den Gaststätten und Cafés am Wegesrand an, die ebenso jede Menge Abwechslung bieten. Und wenn ihr nicht die komplette Strecke fahren möchtet, könnt ihr euch auch für kürzere Etappen entscheiden. Hierbei hilft auch gerne die Tourist Information der Stadt Kleve weiter, die ihr direkt am Minoritenplatz findet.

 

 

Was euch erwartet?

Damals verband die Limesstraße übrigens nicht nur Siedlungen und Kastelle miteinander, sondern war einer der wichtigsten Handels- und Heeresstraßen in der Römerzeit. Auch heute noch findet ihr auf dieser zahlreiche, historische Städte, Schlösser, Gartenanlagen, Kirchen, Kunstwerke und kulturelle Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit, die ihr auf der Radtour entdecken könnt.

Unser Startpunkt für die Via Romana war das Rilano Hotel Cleve, in dem wir auch wieder die schönen grünen NiederrheinRäder ausleihen konnten. Von hier aus leitet uns der erste Weg auf die 2019 eröffnete Europar-Radbahn, vorbei an den Schienen der Grenzland-Draisine, bis zu den barocken Gartenanlagen. Hier könnt ihr einen tollen Blick auf das Amphitheater am Springenberg genießen – der perfekte Foto-Hot Spot.

 

 

Der nächste Stopp führt durch Rindern zum 2002 eröffnete Museum Forum Arenacum. Auf fast 300 Quadratmetern könnt ihr hier nicht nur römische, sondern auch fränkische Funde aus Rindern und Umgebung entdecken. Vom Museum aus folgt ein kurzer Abstecher in die St.-Willibrord-Kirche, aber es gibt noch viele weitere Highlights und Orte entlang der Via Romana, die noch viel mehr zu bieten haben.

In Bedburg-Hau lohnt sich ein Besuch im Museum Schloss Moyland mit der weltgrößten Sammlung von Arbeiten des Künstlers Joseph Beuys und der Parkanlage mit dem beeindruckenden Hortensiengarten. Dann geht es weiter in die Hansestadt Kalkar mit gleich drei Museen und der berühmten Nicolai-Kirche.

Der nächste Halt der Via Romana ist die Stadt Xanten, in der ihr u.a. die Überreste der ehemaligen römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana vor allem im Archäologischen Park Xanten des LVR und im LVR RömerMuseum bewundern könnt. Auch die nächste Stadt Kranenburg ist Teil der Via Romana. Wenn ihr etwas Zeit mitbringt, könnt ihr hier eine Fahrt mit der Grenzland Draisine machen und den Niederrhein von einer neuen Seite kennenlernen.

 

Schmugglern auf der Spur durch den Kreis Viersen

Die nächste Highlight-Radtour „Schmugglern auf der Spur“ führt euch rund 38 Kilometer u.a. durch das charmante Brüggen, vorbei an dem beliebten Hariksee, durch das idyllische Niederkrüchten und den grenzübergreifenden Nationalpark De Meinweg. Orientieren könnt ihr euch ganz einfach am Knotenpunktsystem – quasi radeln nach Zahlen.

Mein Tipp

Braucht ihr noch einen Drahtesel, findet ihr in der Tourist-Information in der Burg Brüggen auch eine NiederrheinRad-Verleihstation. Einfach unkompliziert online reservieren und bequem abholen. Neben den giftgrünen Exemplaren bekommt ihr alternativ anthrazitfarbene E-Bikes mit Bosch-Motor von dem Duisburger E-Bike-Hersteller bagier. In der Burg Brüggen bekommt ihr aber nicht nur alles für eure Radtour inklusive ein paar Insider-Tipps, sondern könnt auch dem Museum „Mensch und Jagd“ einen Besuch abstatten.

 

 

Was euch erwartet?

Die Radtour könnt ihr an jeder Stelle starten und beginnt normalerweise am Parkplatz an der Stadionstraße in Niederkrüchten. Mein Startpunkt war die Burg Brüggen bzw. um die Ecke der Knotenpunkt 27, an dem ihr auch eine große Übersichtskarte findet. Eine weitere Unterstützung zur Orientierung bietet die App Outdooractive, die euch durch die komplette Schmugglertour navigiert und euch sogar informiert, wenn ihr vom Weg abweichen solltet. Am besten die App zu Hause herunterladen und unterwegs nur noch die Routeaktivieren.

Unser erster Weg bringt uns zum Borner See bzw. zum Knotenpunkt 90. Auf dem Weg bekommen ihr reichlich Natur zu sehen und es geht entlang des Naturschutzgebietes Tantelbruch vorbei an der Borner Mühle bis zum Borner See. Von hier aus folgt ihr einfach der Beschilderung zum Knotenpunkt 91 und passiert Natur pur mit Waldstücken, Wiesen und Wasserblicken.

 

 

Vorbei an der Mühlrather Mühle, einer ehemaligen Korn- und Öl-Wassermühle aus dem 15. Jahrhundert, geht es zum nächsten See – dem Hariksee. Das perfekte Ausflugsziel für die ganze Familie bietet neben einem Minigolfplatz auch die Möglichkeit mit einem Tretboot den See zu erkunden oder eine Fahrt auf dem Ausflugsboot Patschel zu machen.

Von hier aus fahrt ihr weiter nach Niederkrüchten, Oberkrüchten und radelt dann durch den Nationalpark De Meinweg auf der holländischen Seite weiter. Dieser ist auch für den Namen der Tour verantwortlich, denn bevor die europäischen Grenzen geöffnet wurden, brachten Schmuggler auf Wegen des Nationalparks Waren nach Deutschland.

Der Park ist etwa 1.600 Hektar groß und Teil des deutsch-niederländischen Naturparks Maas-Schwalm-Nette. Highlight hier ist die abwechslungsreiche Landschaft mit Kiefernwäldern, Heideflächen und Heidemooren.

 

Tim Berresheims Bilderreise – die Augmented Reality-Radroute im Heinsberger Land

Last but not least möchte ich mich als großer Fan von der Augmented Reality-Radroute „Tim Berresheim Bilderreise“ im Heinsberger Land outen und kurz vorstellen. Auf einer attraktiven etwa 90 Kilometer langen Radroute könnt ihr hier eine in Deutschland einzigartige Kombination aus Digital-Kunst, Kultur und Natur erleben. An 17 Orten im Heinsberger Land verschmelzen hier modernste Technologie und Umwelt zu faszinierenden Augmented Reality-Kunstwerken, die mittels einer kostenlosen App erleb- und begehbar werden.

Mein Tipp

Bevor es losgeht, empfehle ich euch, den kostenlosen, praktischen Pocket-Guide zum Beispiel im BEGAS HAUS in Heinsberg, beim Informationszentrum Naturpark-Tor Wassenberg an der Pontorsonallee oder an vielen weiteren Stellen zu holen. Er gibt nicht nur einen perfekten Überblick über die komplette Route, in dem die Kunstwerke markiert sind, sondern ihr erfahrt auch mehr über dieses besondere Projekt. Eine ausführliche Routenbeschreibung, Streckendetails sowie Wissenswertes zu Anreise und Ausflugsplanung findet ihr im Übrigen auch im Tourenportal Outdooractive.

 

 

Was euch erwartet?

Zunächst bekommt ihr einen kleinen Exkurs in Sachen Augmented Reality (=AR). Übersetzt heißt AR einfach erweiterte Realität und die meint nichts anderes als das Zusammenspiel vom digitalen und analogen Leben. Das Ganze funktioniert über die Kamera des Smartphones oder Tablets. Beim Blick durch die Kamera auf einen AR-Ort zeigen sich Texte, Grafiken, Bilder, Videos oder 3D-Animationen, die quasi über die „Wirklichkeit“ gelegt werden. In unserem Fall ist es ein Kunstobjekt, aber man sieht eben dennoch den echten Ort hindurch und drum herum.

Und genau diese Kunstobjekte gilt es bei der Radtour zu entdecken. Unser Start- und Zielpunkt war das Naturpark-Tor Wassenberg, weil das Informationszentrum auch als NiederrheinRad-Verleihstation dient und wir unsere Tour mit den schon gewohnten giftgrünen NiederrheinRädern bestreiten wollten. Hier findet ihr auch direkt eine Infotafel mit einem Überblick über den kompletten Streckenverlauf, der verrät, dass die ersten Kunstwerke nur wenige Meter entfernt am Gondelweiher und auf dem Bergfried zu finden sind.

Gleichzeitig lässt sich z.B. mittels auf dem Schild abgebildeten QR-Codes auch die notwendige, kostenlose Augmented Reality App „TB – Bilderreise AR“ im App Store und bei Google Play herunterladen, um die Realität um die computeranimierte Kunst selbst erweitern zu können.

 

 

Neben dem Gondelweiher und dem Bergfried ist eure nächste AR-Station der Effelder Waldsee. Wenn ihr die kompletten 92 Kilometer absolvieren wollt, dem kann ich das Pauschalangebot „Drei Tage auf ‚Tim Berresheims Bilderreise‘“ ans Herz legen. Ihr kommt nicht nur an allen Stationen der digitalen Kunst vorbei, sondern erlebt auch bekannte und weniger bekannte Orte im Heinsberger Land aus einer ganz neuen Perspektive.

Wichtiger Hinweis: Wenn ihr euch auch für eure nächste Radtour ein NiederrheinRad ausleihen wollt, könnt ihr dies noch bis mindestens Ende Oktober tun.

 

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

Ich freue mich, wenn ihr mich auf meiner Reise durch den Niederrhein begleitet!

 

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