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Genuss trifft Landleben im Gasthof Timmermans

14.02.2020

Ich bin verliebt! Mal wieder bzw. schon wieder! Ich habe einen neuen Lieblingsort am Niederrhein – den Gasthof Timmermans in Wegberg-Schwaam. Das Besondere: Der alte, urige Gasthof den man so nirgends am Niederrhein findet, ist mit jeder Menge Liebe zum Detail eingerichtet, super gemütlich und das Essen noch wie bei Oma. Pommes sucht man hier übrigens vergebens, dafür gibt es leckere Bratkartoffeln und vieles mehr… mein Tipp: Lasst noch Platz für einen Nachtisch – z.B. für einen Windbeutel XXL!

Als ich mit meinem Fotografen Malte in dem kleinen Dorf Schwaam in Wegberg im Naturschutzgebiet Maas-Schwalm-Nette ankomme, bin ich schon von der Umgebung begeistert. Zahlreiche Häuser haben hier ein Reetdach, eine kleine Kapelle, die, wie ich später erfahre, in Eigenleistung von den Bewohnern errichtet wurde, und die waldreiche Umgebung, die zum Wandern, Radfahren und Reiten einlädt, unterstützen den besonderen Charakter des Dorfes. Und auch als ich den Gasthof Timmermans betrete, bin ich ganz fasziniert und weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll: Überall sind besondere Erinnerungsstücke, nostalgische Dekoelemente und alte Fotos liebevoll arrangiert. „Das ist mein Hobby, ich dekoriere wahnsinnig gerne und in den ganzen Jahren sind so einige schöne Erinnerungen zusammengekommen. Es freut mich sehr, wenn es unseren Gästen gefällt“, begrüßt mich Inhaberin Renate Timmermans freundlich. Zusammen mit ihrem Mann Johannes führt sie das Haus seit 1996. „Seit über 130 Jahren ist es aber schon im Familienbesitz und das Elternhaus meines Mannes. Wir bemühen uns täglich die Sitten der Oma weiterzuführen. Selbst den Kaffee brühen wir noch wie damals auf“, erzählt mir Renate Timmermans, die mich auch direkt auf meinem kleinen Rundgang durch den Gasthof begleitet.

Greifbare Historie

Wir starten im schönen Wintergarten… „Den haben wir vor einigen Jahren anbauen lassen, da wir einfach mehr Platz brauchten. Immer mehr Ausflügler kommen zu uns zu Besuch und nutzen unseren Gasthof als Start- oder Zielpunkt für Wander- oder Radtouren“, erzählt mir die Inhaberin. Aber auch hier ist Historie greifbar, genauso wie in den anderen Gasträumen, die mir Renate Timmermans als nächstes zeigt. „Hier war mal ein Krämerladen und die Postkutschen fuhren hier regelmäßig vor. Daraus hat sich dann zu damaligen Zeit der Ausschank und damit die Gaststätte entwickelt. An unserer Theke ist immer noch das ursprüngliche Verkaufsregal des Krämerladens angebracht“, ergänzt Renate Timmermans. Auch die alten Fachwerk-Holzkonstruktionen, die überall zu sehen sind, komplettieren das historische Ambiente perfekt. Ganz vorne neben der Theke entdecke ich einen kleinen Raum, der auch als Eingangsbereich dient. Hier gibt es Marmelade und Honig aus der Gegend zu kaufen und im Regal hinter einem kleinen Tresen, fallen mir die vielen Wanderführer und Radwanderkarten auf, aber auch der neue Katalog vom Niederrhein Tourismus „Faszination Niederrhein“. In diesem werde ich übrigens auch erwähnt, schaut also gerne mal rein. 😉 Erhältlich ist dieser kostenlos u.a. direkt beim Niederrhein Tourismus an der Willy-Brandt-Ring 13 in Viersen.

Jetzt geht es noch über einen kleinen Hof zur rustikalen Scheune, die man für Feierlichkeiten & Co. mieten kann. Platz ist hier für 50 Personen, eine kleine Bibliothek, ein alter Ofen und eine urige Bar ergänzen das historische Ambiente hier ebenso perfekt. „Hier finden auch schon mal historische Vorträge statt, die gut besucht werden“, fügt Renate Timmermans hinzu.

Brot & Kuchen hausgemacht

Über den Hof gelangt man übrigens auch in die neun ebenso liebevoll eingerichteten Gästezimmer, aber eine Tür fasziniert mich hier besonders – die Backstube. „Das ist das Reich meines Mannes, er ist gelernter Bäcker. Hier backt er Brot und Kuchen wie Apfelstrudel, Käsekuchen & Co. für unser Gäste noch selber und zwar so, wie er es noch damals gelernt hat, ganz traditionell“, erzählt mir Renate Timmermans. Als ehemalige Bäckerstochter, meine Eltern hatten damals auch eine Bäckerei, geht mir natürlich das Herz auf, denn ich weiß, wie schwierig es ist, noch gutes Brot zu finden. Umso schöner, dass es hier noch selbst gemacht wird. „Bei uns ist übrigens immer was los. Morgens kann man bei uns frühstücken, mittags und abends kann man sich etwas aus unserer reichhaltigen Speisekarte aussuchen und nachmittags kann man natürlich Kaffee und Kuchen genießen.“

Bratkartoffelliebe

Jetzt knurrt uns aber langsam der Magen und wir bekommen die Speisekarte gereicht. „Sucht euch was Schönes aus“, lädt uns Familie Timmermans ein. Ich kann mich gar nicht entscheiden… Oma’s Weißbrot mit Apfelkraut und Butter hört sich schon total lecker an oder die Brotzeit mit Butter, Schmalz, Gürkchen, Salatbeilage, Käse, Schinken, Sülze, Blut- und Leberwurst… hmm… ich glaube, ich nehme lieber etwas Warmes, aber auch hier fällt die Wahl nicht leichter… die Schwaamer Kartoffelsuppe lacht mich an, aber auch der Leberkäse mit Bratkartoffeln, Spiegelei und Salatbeilage… es müssen definitiv Bratkartoffeln sein, soviel steht fest! Pommes gibt es hier nicht und das ist auch gut so. Zu den Bratkartoffeln nehme ich ein Schnitzel, dass auf Wunsch auch aus Putenfleisch frisch gemacht wird, mit einer Salatbeilage und Malte die mit Käse überbackene Spätzlepfanne mit Tomate, Lauch und Champignons. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich beides unbedingt probieren und hab das gemacht, was Frauen in so Situationen eben tun – ich habe Malte in die richtige Essensauswahl sanft geleitet. 😉

Als wir auf das Essen warten, fällt mein Blick auf ein altes Bild mit einem schönen Spruch: `Schön ist die Liebe, so man sie hat, schön auch Kartoffeln besonders die Brät`. „Das ist ein alter Spruch von der Großmutter Timmermans“, erklärt mir Renate Timmermans. „Bratkartoffeln dürfen bei uns nicht fehlen und gehören zusammen mit Panhas zu meinem absoluten Lieblingsgericht im Winter.“ Und Kartoffeln & Co. beziehen wir überwiegend von regionalen Anbietern, das ist uns sehr wichtig.“ Serviert wird unser Essen in einer rustikalen Pfanne und auf einem nostalgischen grün-weißen Teller, passend zum Ambiente, und schmeckt wirklich noch wie bei Großmutter: mega lecker! Nach einem guten Essen, auch wenn es sehr reichhaltig war, und das war es hier definitiv, gehört für mich immer noch ein Nachtisch. „Ihr müsst unseren Windbeutel XXL noch probieren, den hat mein Mann selbst gemacht. Kleine Windbeutel kann ja jeder“, lacht Renate Timmermans, die auch gleich mit einem großen Teller um die Ecke kommt. Gefüllt mir Kirschen, Vanilleeis und Sahne ist der Windbeutel eine kleine oder eher große Kalorienbombe, aber auch ein kleines Himmelsreich auf Erden!

Tierische Mitbewohner

Jetzt brauch ich definitiv ein bisschen Bewegung und die bekomme ich auch, denn wir gehen zusammen mit Johannes Timmermans nach draußen. Hier statten wir den hauseigenen Tieren direkt am Gasthof einen Besuch ab. Zwei Ponys – Da Vinci und Meyer, zwei Esel – Vincent und Paul, zwei Pferde, Hühner, Katzen und eine 17 Jahre alte Ziege gehören hier zum festen Inventar. „Unseren Esel Paul haben wir damals vor dem Schlachthof gerettet“, erinnert sich Johannes Timmermans. „Er hatte eine Wunde, die nicht verheilen wollte, aber wir haben es geschafft, dass er wieder fit ist. Und besonders unsere kleinen Gäste freuen sich, dass Paul da ist.“ Gleich in Gasthof-Nähe entdecke ich neben einigen Insektenhotels – sehr vorbildlich – auch zwei leere Pferdeboxen. „Das sind unsere Gast-Pferdeboxen“, erklärt mir Johannes Timmermans. „Wenn Reiter bei uns einen Kurzurlaub machen und die schöne Gegend erkunden möchten, können ihre Pferde bei uns auch bequem übernachten.“ Habe ich so auch noch nie gesehen, aber auf jeden Fall originell und besonders.

Besonders trifft es beim Gasthof Timmermans ja sowieso! Besonders Familien sind hier herzlich willkommen, besonders traditionell, bodenständig und lecker ist die Küche und besonders herzlich sind auch Renate und Johannes Timmermans. Übrigens: Jeden Dienstagabend findet im Gasthof Timmermans ein Strickkurs statt – handgestrickte Socken gibt es hier auch direkt zu kaufen. Und ab April gibt es auch Niederrheinräder zum Leihen, für alle, die spontan eine kleine Fahrradtour durch das schöne Naturschutzgebiet Maas-Schwalm-Nette starten möchten. Wer sein eigenes Fahrrad schon dabei hat, kann, sofern es ein E-Bike ist, dieses direkt auf dem Fahrradparkplatz an einer Station aufladen. Kurz: Der Gasthof Timmermans ist das perfekte Ziel für Wanderer, Fahrradfahrer, Familien und Genießer!

Gut zu wissen

Montags ist Ruhetag, dienstags bis sonntags ist ab 10 Uhr geöffnet mit einer durchgehen warmen Küche von 12 bis 21 Uhr und sonntags und feiertags ist die Küche bis 20 Uhr geöffnet.

Mehr Infos findet ihr hier:

https://niederrhein-tourismus.de/auszeit/gasthof-pension-timmermanns

 

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