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Auf der Jagd mit Sofias Smuggling! Mein dritter Spielort: das Museum Goch

30.10.2020

Und? Neugierig, wie es mit der grenzüberschreitenden Spiele-App Sofias Smuggling weitergeht? Gleich geht es für mich ins Museum Goch. Direkt an der Niers gelegen, treffen in dem ehemaligen herzoglichen Haus, was tatsächlich auch mal als Gefängnis diente, heute spätgotische Skulpturen auf Gegenwartskunst und jede Menge Sonderausstellungen wie aktuell „Facing Britain“ auf ein Museum, das sich stets im Wandel befindet. Welche Herausforderungen es für das Museum gab, ein Teil von Sofias Smuggling zu werden und welche Aufgaben ich dieses Mal bewältigen musste, damit mir Sofia vertraut… ihr dürft wieder gespannt sein…

 

Schon am Eingang des Museums in Goch wird dank einer Flagge ersichtlich – hier wird Sofias Smuggling gespielt! Und genau das, habe ich auch heute wieder vor. Ich bin ja schon fast ein kleiner Profi, wenn es um die grenzüberschreitende Spiele-App geht und nach meinen ersten Anläufen im LVR-RömerMuseum in Xanten und im Museum Kurhaus in Kleve freue ich mich auch heute wieder ein Museum auf eine spielerische und interaktive Art und Weise kennenlernen zu dürfen. Natürlich darf ich auch einige Aufgaben lösen und komme dem Geheimnis von der mysteriösen Händlerin Sofia immer näher…

Ich freue mich aber heute nicht nur auf das nächste Abenteuer mit Sofia, sondern auch darauf, bei einer kleinen Führung einen ersten Eindruck von dem 1.000 Quadratmeter großen Museum Goch zu erhalten. Begleitet werde ich von Eva van Amstel, zuständig für die Verwaltung des Museums und von der Volontärin Natascha Frieser. Aber auch der Direktor Dr. Stephan Mann gewährt mir später einen tieferen Einblick in einige der ausgestellten Werke des Museums.

Neue Sonderausstellung: Facing Britain

„Wir starten am besten in unserer aktuellen Sonderausstellung „Facing Britain“, die wir noch bis zum 8. November zeigen“, schlägt Eva vor. „Heute ist noch eine Schulklasse da und widmet sich auch dieser besonderen Ausstellung und macht eine Art Rallye für den Englischunterricht.“ Wenn ich mich so umschaue, fallen mir nicht nur typische Motive aus dem Königreich auf, sondern auch viele interessante Einblicke, bei denen man auch zwei oder drei Mal hinschauen muss. „Ja, das ist schon eine besondere Ausstellung, die erstmals nahezu alle wichtigen VertreterInnen der britischen Dokumentarfotografie seit den 1960er-Jahren in einer großen Übersichts-Ausstellung außerhalb Großbritanniens zeigt. Es war sogar schon der Fernsehsender ARTE hier und auch die britische Tageszeitung „The Guardian“ hat über uns berichtet“, verrät mir Eva.

Spätgotik trifft Gegenwartskunst

„Aber nicht nur jetzt lohnt sich ein Besuch bei uns. Wir befinden uns im ständigen Wandel und zeigen einen Streifzug von 600 Jahre Kunstgeschichte“, ergänzt Natascha. „Als das Museum 1991 eröffnet wurde, hatte das ehemalige herzogliche Gebäude schon einiges erlebt. Es gibt Berichte, dass Alexander von Humboldt seinen Freund hier besuchte, aber auch Jahrzehnte später der ein oder andere Verbrecher hier einqaurtiert wurde. Dem Gefängnis wich später dann ein Amtsgericht. Heute freuen wir uns als Museum nicht nur unsere Sammlung spätgotischer Skulpturen des Niederrheins zu zeigen, sondern auch aktuelle Themen und junge Gegenwartskunst.“ Die perfekte Mischung und besonders interessant finde ich, dass man bei jedem Besuch etwas Neues entdecken kann.

„Bald wird es auch eine umfassende Ausstellung mit Werken des Rheinberger Künstler Thomas Baumgärtel zum 60. Geburtstag geben“, verrät mir Natascha. „Du kennst ihn bestimmt unter dem Namen Bananensprayer. Seine gesprayte Banane ist übrigens an den Eingängen von etwa 4.000 Kunstmuseen und Galerien in deutschen und internationalen Städten zu finden, auch bei uns hier.“ Stimmt… habe ich schon öfters gesehen und das kleine Kunstwerk ist mir auch beim Betreten des Museums aufgefallen.

Politische Arbeiten am Puls der Zeit

Jetzt geht es in die erste Etage… in den einzigen Raum, der hier im Museum Goch aktuell nicht verändert wurde. „1991 gab es nur einen Raum für Sonderausstellungen, jetzt ist es genau umgekehrt“, erinnert sich Eva. Hier treffen wir auch auf Museumsdirektor Dr. Stephan Mann, der uns nicht nur herzlich empfängt, sondern uns auch auf eine kleine Reise durch die Werke internationaler, zeitgenössischer KünstlerInnen einlädt. „Das ist eine Installation von der gebürtigen Israelin Shirley Wegner, die in New York lebt“, führt uns Dr. Mann zum auffälligsten Werk des Raumes. „Die Skulptur besteht aus über 100 Einzelteilen und erinnert auf den ersten Blick an eine Wirbelsäule. Auf den zweiten Blick erkennt man die Traktor- oder LKW-Spuren. Jedes der Elemente hängt an kaum sichtbaren Fäden von der Decke und gibt einen Einblick in die Erinnerungen der Künstlerin. In der Wüste selbst abgegossen und aus Porzellan gefertigt, vermittelt die Installation Leichtigkeit, aber lässt auch den Gedanken zu, dass in besetzten Gebiete Nahrung und Waffen auf diesem Wege transportiert wurden.“

Ebenso politisch wird es ein paar Schritte weiter bei einer Zeichnung auf Leinwand von René Fransisco aus Kuba. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Überall sehe ich Menschen in Tubenform, ohne Kopf, die auch zwischenmenschliche Dinge tun, mit denen ich nicht gerechnet hatte. „Hier ist das Sehen gefordert“, lacht Eva. „Das stimmt, hier gibt es so einiges zu entdecken“, bestätigt auch Dr. Mann. „Die Zahnpastatube ist für den Künstler ein Symbol für die schwierigen Lebensbedingungen in seiner sozialistischen Heimat. Damals wurde ihm eine Tube Zahnpasta zugewiesen und mit dem Werk drückt er aus, dass der letzte Zufluchtsort in einer Diktatur die eigene Intimität ist.“

Wer hat Angst vorm Snowster?

Ein weiteres Highlight zeitgenössischer Kunst erwartet mich schon einen Raum weiter. Hier ist gleich der ganze Raum ein Kunstwerk, geschaffen von Dong-Yeon Kim, einem Kunstprofessor aus Südkorea. „Eine spannende Arbeit und surreale Inszenierung mit dem Namen „Working Time“ … man sieht zunächst nur eine kleine Mauer und Schattenbilder durchs Fenster. Blickt man dahinter, offenbart sich eine Traumwelt. Man sieht die Snowster, eine Mischung aus Monster und Schneebällen, aber auch eine zerstörte Puppe. Die Szenerie erinnert an Gullivers Reisen, aber es bleibt verborgen, ob die Snowster eine Bedrohung sind oder, ob sie helfen, Ordnung zu schaffen. Was ist echt, was Fiktion… aber hinter allem steht die Kernaussage aller Kunst: Man muss hinter den Vorhang blicken… Kunst ist niemals nichts“, erklärt Dr. Mann. Ein wichtiger Satz, der mir nachhaltig im Kopf geblieben ist. Kunst liegt im Auge des Betrachters und jeder empfindet Kunst anders. Das gilt auch für die Werke von den weiteren Künstlern von Ferdinand Langenberg über Jodi Bieber und Pavel Schmidt bis hin zu Rudolph Schoofs und Gereon Krebber, die man im Museum Goch noch findet.

Schön, dass der Niederrhein so eine große Museumslandschaft bietet, in der man unterschiedlichste Kunst entdecken kann. Sofias Smuggling ermöglicht nun sogar ein virtuelles Erlebnis durch acht teilnehmende Museen, die sich in Deutschland und den Niederlanden befinden.

Die kostenlose Spiele-App: Sofias Smuggling

„Wir freuen uns total, Teil des niederländisch-deutschen INTERREG-Projektes von RheijnLand.Xperiences zu sein. Aber da sich unsere Ausstellungsräume im ständigen Wechsel befinden, war die grenzüberschreitende Spiele-App eine besondere Herausforderung für uns“, erklärt Natascha. „Wir mussten Ankerpunkte, Bereiche und Werke finden, die sich nicht verändern, damit die App funktioniert und die Aufgaben, die dahinterstecken, gelöst werden können.“ Mit dem Ergebnis sind wir aber sehr zufrieden. Ich bin gespannt, ob du auch die letzte Aufgabe schaffst, an dem sind wir bisher alle gescheitert“, lacht Eva.

Dann wollen wir mal sehen, ob ich das hinbekomme und starte direkt am Eingang nach dem Einscannen des Symbols mit dem Spiel. Mein Tipp: Ladet euch die App Sofias Smuggling vorab zu Hause kostenlos in den jeweiligen Stores runter. Dann könnt ihr schneller mit dem Spiel vor Ort starten.

Helft Untitled

Im Museum Goch geht es um den „Künstler ohne Namen“ – Untitled. Sein Ziel: Er möchte selbst zum Kunstwerk werden. Eure Aufgabe: Beweise Sofia, dass in euch ein wahrer Kunstkenner steckt und unterstützt Untitled dabei, ein perfektes Kunstwerk zu werden. In seinem Notizblock findet ihr Hinweise zu seinen Vorstellungen über das perfekte Kunstwerk: Bewegung und Gleichgewicht, Farben, Kunstformen, Seele und Erscheinung – alles muss perfekt sein. Mein erster Auftrag besteht darin, ein paar wichtige Utensilien wie Pinsel, Farbtuben & Co. virtuell „einzusammeln“. Beobachtet werde ich dabei von ein paar Schülern, die heute ja auch das Museum Goch erkunden. Natascha hat vorab den Schülern verraten, dass wir heute Sofias Smuggeling testen, denn das ist auch genau die richtige Zielgruppe der Spiele-App: Kinder und Jugendliche ab 14 Jahren, aber auch junge Erwachsene.

Was ich noch alles für Aufgaben bewältigt habe, müsst ihr selber herausfinden… nur so viel: Es wird im wahrsten Sinne des Wortes „gespenstig“. Im Zentrum des Geschehens ist dabei das Gemälde von Robert Klümpen, eine biographische Arbeit, die den deutschen Künstler in einer Leichenhalle zeigt, wie mir Dr. Mann bei der Führung noch verraten hat.

Achso… die letzte Aufgabe… ich habe es geschafft, aber nur dank meines Fotografen Malte. Vielen Dank für die kleine Unterstützung an dieser Stelle ;-).

Ihr wollt mehr Sofias Smuggling?

Das kann ich gut verstehen! Ihr könnt die grenzüberschreitende Spiele-App auch in folgenden Museen nutzen: LVR-Archäologischer Park Xanten, Kasteel Hernen (Geldersch Landschap & Kasteelen), Museum Het Valkhof in Nimwegen (NL), Museum Kurhaus Kleve, Museum Schloss Moyland, Freiheitsmuseum in Groesbeek (NL) und das Nederlands Openluchtmuseum in Arnheim (NL). Ich bin gespannt, ob ihr Sofias Vertrauen gewinnen und ihr beweisen könnt, dass es sich lohnt, ehrlich zu sein. Denn eine Frage steht im Raum: Ist Sofia überhaupt unschuldig? Das müsst ihr herausfinden!

Gut zu wissen

Hier noch ein paar wichtige Informationen, bevor ihr das Museum Goch besucht: Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr, montags ist geschlossen. Der Eintritt beträgt vier Euro für Erwachsene, Schüler, Studenten, Rentner und Inhaber eines Behindertenausweises zahlen nur zwei Euro und für Kinder bis 17 Jahren ist der Eintritt frei. Eine EC-Kartenzahlung ist leider nicht möglich, aber in Vorbereitung.

Mehr Info findet ihr hier:

https://museum-goch.de

 

Das Projekt RheijnLand.Xperiences wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und durch die Europäische Union, die Provinz Limburg und das MWEIMH NRW mitfinanziert.

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

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