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Alpakaliebe am Niederrhein

16.04.2021

Ich bin total aufgeregt! Ich hatte euch meinen Plan ja am Anfang des Jahres schon verraten und heute ist es endlich soweit: Ich treffe das erste Mal live auf Alpakas und zwar hier am schönen Niederrhein, genauer in Willich-Anrath am Flöthbach. Hier bin ich mit Almuth Becker verabredet, die hier 2015 ein kleines Alpaka-Paradies geschaffen hat, in dem ich nicht nur mit den flauschigen Wesen ein bisschen Zeit verbringen, sondern auch mit ihnen spazieren gehen darf. Nachwuchs hat es hier übrigens auch gerade gegeben…

 

Immer wenn ich Alpakas im TV oder online sehe, von ihnen höre oder lese, gerate ich ein bisschen ins Schwärmen. Aus diesem Grund musste ich ein Treffen mit ihnen auf meine heimliche Bucket-Liste setzen und freue mich total, dass ich diesen Punkt nicht nur jetzt abhaken darf, sondern natürlich auch auf die erste Begegnung. Dabei habe ich mir schon vorab ausgemalt, wie diese wohl ablaufen wird: Sind Sie wirklich so weich, wie sie aussehen, entspannt mich der Spaziergang mit ihnen, darf ich sie überhaupt streicheln…

Verliebt in Sam

Kaum biege ich in Richtung Einfahrt ab, kommt mir auch schon Almuth Becker freudestrahlend entgegen: „Schön, dass du da bist, die Alpakas freuen sich auch schon, nach dem Lockdown wieder auf Menschen zu treffen“, begrüßt mich die Inhaberin von Alpaka am Flöthbach. „Komm am besten gleich mit, ich zeig dir hier alles.“ Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen und sehe auch direkt einen Teil der kleinen Alpaka-Herde vor mir, die mich neugierig anschaut. Allen voran, der kleine, weiße Sam, der mich persönlich willkommen zu heißen scheint. „Das ist unser Maskottchen und schon vier Jahre alt. Er ist ein bisschen kleiner als die anderen Hengste, aber doppelt so freundlich.“

Das nächste, was ich erfahre, überrascht mich und fällt mir gleichermaßen schwer: „Alpakas mögen es nicht, wenn man sie streichelt, das sind Fluchttiere. Auch von klein auf, haben sie zwar eine Bindung zu ihrer Mutter und kuscheln oder geben schon mal Küsschen, aber das war es schon“, verrät mir Almuth. Vorsichtig halte ich Sam also nur meine Hand hin, er schnuppert ebenso vorsichtig und ich merke, wie weich seine Nase ist. Wäre ich in einem Comic, hätte ich jetzt rosa Herzchen in den Augen. Sam ist wirklich zauberhaft und hat mega hübsche Kulleraugen. Er lebt, wie die anderen Hengste, getrennt von den Stuten. Der Grund: Da diese ganzjährig aufnahmebereit sind, kann es für die Stuten zum Dauerstress kommt, wenn die Hengste immer wieder versuchen zu decken. „Der Schwarze da vorne ist Jackpot, der etwas kleinere, hübsche Braune ist Hank und da vorne sind Mumbai und Jackson“, stellt mir Almuth die anderen Jungs in Sichtweite vor. „Die Hengste sind auch generell zutraulicher, als die Stuten, und bringen rund 80 Kilo auf die Waage.“ Drei bis vier Kilo davon wiegt aktuell die Wolle, aber da komme ich später nochmal drauf zurück.

Drei kleine Alpaka-Fohlen

Als wir in den Bereich der Stuten gehen, sehe ich auch endlich den Nachwuchs, von dem mir Almuth schon bei unserem Telefonat vor unserem Treffen erzählt hat. Die Kleinste – Honey – ist braun und heute erst süße vier Tage alt. Auch der hellbraune Glenn ist aktuell gerade mal drei Wochen alt und die weiße Finja junge fünf Wochen. „Eine Stute ist insgesamt 11 ½ Monate trächtig und unsere Fohlen sind alle im ersten Corona-Lockdown entstanden“, lacht Almuth. Was mir direkt auffällt, als wir bei den Stuten auf der Weide stehen, was Almuth ja auch verraten hat, ist, dass die Stuten sich nicht sonderlich für mich interessieren. So kann ich aber auch in aller Ruhe die Fohlen beobachten und sehe, wie Honey gerade bei ihrer Mutter trinkt. „Schau mal, da vorne liegt Grace und macht eine Art Powernapping. Der dauert nur ein paar Minuten und sie schreckt aus diesem auch schlagartig wieder auf“, erklärt mir Almuth. Die Position, die Grace dabei eingenommen hat, ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Sie liegt auf dem Boden in Brustlage, die Beinchen versteckt und den Hals nach vorne gestreckt, aber scheinbar ist genau das für Alpakas entspannend.

Meine Alpaka-Momente

Bevor wir zu einem kleinen Spaziergang aufbrechen, darf ich die Alpakas noch mit einem Leckerchen, so genannten Leinölpellets füttern. Das ist übrigens auch ein Teil der „Alpaka Momente“. Bucht ihr dieses besondere Angebot, genießt ihr ein Meet & Greet auf der Weide mit den Alpakas. Hier habt ihr die Möglichkeit, eine Stunde (samstags und sonntags von 12 bis 13 Uhr) sehr nah an den Alpakas zu sein, mehr über sie zu erfahren, Fotos zu machen und diese eben zu füttern. Übrigens auch eine tolle Geschenkidee für alle, die Alpakas gerne mal kennenlernen möchten, denn ein „Ticket“ kostet nur 15 Euro pro Person und Kinder bis 12 Jahren zahlen nur zehn Euro. „Es gibt mittlerweile auch Wiederholungstäter, die schon das fünfte Mal bei uns waren und sich jetzt gerade auf die Fohlen freuen“, erzählt mir Almuth bei der Übergabe der Leckerchen-Tüte.

Jetzt darf ich den Alpakas was näher kommen und ich brauch gar nicht groß auf mich und die Leckerchen aufmerksam zu machen, da kommen sie schon auf mich zu und belagern mich. „Die Alpakas haben eine Kauplatte und Schneidezähne, am besten schiebst du denen ein halbes Pellet direkt ins Maul“, empfiehlt mir Almuth. Am Anfang bin ich kurz überfordert, weil alle gleichzeitig etwas von den Leckerchen wollen und immer näher kommen. Automatisch bin ich immer ein Stückchen nach hinten gewandert und musste dann über mich selber lachen, als es nicht mehr weiter nach hinten ging. Mit jedem weiteren Pellet werde ich allerding souveräner und hab jede Menge Spaß dabei, die Meute zu füttern. Auch für die Stuten war ich übrigens auf einmal interessanter, als bei meinem ersten Besuch, und auch die kleinen Fohlen kommen neugierig näher, die die Leckerchen allerdings noch nicht mögen. Normalerweise ernähren sich Alpakas von Heu, Gras und Mineralpellets, um so fehlende Nährstoffe aufzunehmen, und da sind so Leckerchen natürlich ein besonderes Highlight.

Mein Alpaka-Spaziergang

Jetzt darf ich mir einen der Hengst aussuchen, mit dem ich spazieren gehen darf. Und wie kann es auch anders sein, fällt meine Wahl auf Sam. Begleitet auf unserem kleinen Spaziergang werden wir noch von einer Freundin von Almuth, weil Alpakas Herdentiere sind und gerne zu mehreren unterwegs sind. Bevor es losgeht, bekommt Sam, genauso wie die anderen beiden Alpakas ein Halfter mit Leine um, damit wir diese sicher führen können. Dann geht es auch schon ein kleines Stück den Bürgersteig entlang – das muss sehr lustig für Ausstehende aussehen, wenn man statt mit einem Hund mit einem Alpaka spazieren geht – und erreichen schon nach wenigen Metern einen Feldweg.

Jetzt habe ich auch endlich die Gelegenheit zu fragen, wie Almuth ihre Liebe zu den Alpakas überhaupt entdeckt hat. „Nach 28 Jahren bei der Lufthansa musste ich mich entscheiden. Einen neuen Job suchen oder mehr Lebensqualität? Meine Wahl fiel schnell auf mehr Lebensqualität“, erinnert sich Almuth. „2015 hatte zeitgleich dann das erste Mal Kontakt zu Alpaka-Wolle und war begeistert, wie weich diese ist. Ich habe mich dann ein bisschen mit den Alpakas beschäftigt und die Farm eines Züchters in der Nähe gefunden. Und was soll ich sagen, ich war direkt verliebt, als ich die Alpakas das erste Mal gesehen haben. Den Spruch „Wer einem Alpaka zu tief in die Augen schaut, ist von ihm für immer gefesselt“ kann ich daher nur bestätigen. Parallel dazu haben wir hinter unserem Garten noch ein Stück Land erwerben können und die Idee, selber Alpakas zu halten, war geboren.“

Ich kann diese Entscheidung mehr als gut nachvollziehen und bin selber auch ganz fasziniert, wie ich während des Alpaka-Spaziergangs, mit kurzen Stopps, immerhin gibt es saftigen, grünes Gras zu fressen, immer mehr entschleunige. Alpakas sind schon was ganz Besonderes, neugierig, zutraulich und sogar sehr empathisch. „Ich hatte letztens eine sehr traurige Nachricht per Telefon erfahren und saß dabei auf meiner Bank im Garten. Nach und nach kamen immer Alpakas zu mir und gaben mir Küsschen. Sie haben gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, erzählt mir Almuth.

Tolle Geschenkidee für Groß & Klein

Wenn ihr euch auch von diesen schönen Tieren in den Bann ziehen lassen wollt, könnt ihr natürlich auch einen Alpaka-Spaziergang buchen. Der Ablauf sieht für euch dann wie folgt aus: Insgesamt dauert das Ganze zwei Stunden. Ihr lernt erst die Alpakas kennen, bekommt eine kleine Einführung und dürft dann mit einem Alpaka eine Stunde in der Gruppe spazieren gehen. Anschließend dürft ihr auch nochmal auf der Stutenweide die Stuten und Fohlen kennenlernen und Fotos machen. „Wir bieten die Spaziergänge nur zwei bis maximal drei Mal im Monat an und haben sechs zu führende Alpakas. Jeder Alpakaführer zahlt 40 Euro und kann ein bis drei Begleitpersonen für je 20 Euro aus dem gleichen Haushalt mitnehmen. Ich habe aber auch einen Familienpreis: ein Alpaka, zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 12 Jahren kosten 75 Euro und jedes weitere Kind bis 12 Jahren zehn Euro“, ergänzt Almuth. Ich finde, so ein Alpaka-Spaziergang ist doch eine tolle Geschenkidee für den nächsten Geburtstag und einfach mal was Anderes und Außergewöhnliches.

Faszien-Yoga mit Alpakas

Ebenso außergewöhnlich ist auch das nächste Angebot von Almuth – 100 Minuten FaszienYoga mit Alpakas. Ich habe mir schon die nächsten Termine notiert – 26. Juni, 17. und 31. Juli, jeweils um 16 Uhr – und komme definitiv dann wieder. Wollt ihr auch dabei sein, müsst ihr euch schnell einen Platz sichern, denn die Kurse sind sehr beliebt. Und ihr könnt nicht nur eurem Körper etwas Gutes tun, sondern gleichzeitig auch eurer Seele. Habt ihr euren Termin gebucht, könnt ihr eure mitgebrachte Matte entspannt auf der Weide ausrollen, bekommt eine Einführung in die Alpaka-Welt, besucht die Stuten und Fohlen auf der Weide, könnt natürlich Fragen stellen und Fotos bzw. Selfies mit den Alpakas machen. Auch die Hengste, die quasi dabei sind, wenn ihr Yoga macht, werden euch vorgestellt. Die Einführung dauert ca. 40 Minuten und um 16.30 kommt Yogalehrerin Hildgard Cattien dazu, um euch eine wunderbare, entspannte Stunde FaszienYoga mit Alpakas zu geben. Der Kostenpunkt hier: 30 Euro pro Person. „Ich mache da auch selber mit und unsere Alpakahengste kommen die Gäste auch zwischendurch immer mal wieder besuchen oder legen sich einfach dazwischen“, lacht Almuth.

Alpaka für zu Hause

Wie am Anfang schon erwähnt, wollte ich euch noch kurz mehr über die Wolle von den Alpakas verraten bzw. wisst ihr jetzt schon, dass drei bis vier Kilo Wolle ein ausgewachsenes Alpaka mit sich trägt pro Jahr. Nach der Schur, die bald wieder ansteht, hat mir Almuth schon verraten, entsteht aus dem Fleece Wolle zum Stricken in weiß und schwarz, die sie in ihrem kleinen Hofladen verkauft. Zusätzlich bietet sie hier Handschuhe, Mützen, Schals, Socken & Co. aus Peru und auch Seife mit Alpakakreatin in verschiedenen Duftrichtungen wie Rosengarten oder Cranberry findet ihr hier. Das Highlight: Ihr könnt auch eine Bettdecke mit Alpaka-Fleece bestellen und dabei habt ihr sogar die Wahl, ob es z.B. das Fleece von Sam, Jackson oder Grace sein soll. Meine Wahl würde natürlich auf Sam fallen und Almuth schläft quasi unter Giant, verrät sie mir. Die Bettdecke mit einer Hülle aus Biobaumwolle entsteht in einer kleinen, deutschen Manufaktur und ist unheimlich leicht, mega warm, hält ewig und ist somit eine nachhaltige Alternative zu den „normalen“ Bettdecken. „Es wird nur das beste Fleece der Tiere dazu verwendet und aktuell sind bereits 11 vorreserviert“, erklärt mir Almuth weiter.

Wenn ihr auch ein bisschen Alpaka mit nach Hause nehmen wollt, erfahrt ihr am besten  über die Homepage, ob gerade ein Click & Meet möglich ist. So genau was man ja gerade nicht, was die Regierung wieder für Maßnahmen bereit hält. Ansonsten könnt ihr die Produkte auch ganz bequem online bestellen. „Mittlerweile verschicke ich von Usedom bis ins tiefste Bayern und versorge Alpaka-Fans mit meinen Produkten“, freut sich Almuth.

Weitere Informationen zu Alpaka am Flöthbach bekommt ihr hier.

 

Und für wen Willich zu weit weg ist, der findet am Niederrhein weitere Alpakafarmen.

Hier ein kleiner Auszug:

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu “Alpakaliebe am Niederrhein”

    Gabriele Marschner says:

    Ich finde Alpakas faszinierend und möchte sie unbedingt mal näher kennenlernen. Einmal anfassen wie sie sich anfühlen. Wäre das möglich? So eine Tour buchen für 2 Personen

    Nicole Marks says:

    Hallo Gabriele, ja, Alpakas sind echt toll. Wende dich gerne direkt an Alpaka am Flöthbach, weitere Infos findest du bzgl. Kontaktaufnahme im Blog. Aktuell ist es wegen Corona leider nicht möglich, aber bestimmt bald wieder. Viel Spaß und liebe Grüße, Nicole

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

Ich freue mich, wenn ihr mich auf meiner Reise durch den Niederrhein begleitet!

 

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