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Vom Chillen mit Alpakas bis zu Erdmännchen füttern? Mein Tag im Tierpark KALISTO in Kamp-Lintfort

07.10.2022

Ich liebe Blogtermine, die mit Tieren zu tun haben. Heute darf ich mit einigen sogar auf Kuschelkurs gehen, mehr über Alpakas und Erdmännchen erfahren und ein paar Tiere sogar füttern. All das könnt ihr auch selbst im Kamp-Lintforter Spiel- und Tier-Oase KALISTO erleben. Aber das ist noch längst nicht alles, was der 1,5 Hektar große Tierpark am Zechenpark zu bieten hat…

 

An meinem breiten Grinsen auf dem Weg nach Kamp-Lintfort kann man es schon erahnen, heute wird es wieder tierisch und dieses Mal wird es ganz besondere Begegnungen geben, nicht nur mit Tieren. Als ich mit meinem Fotografen ankomme, befinden wir uns im Herzen der ehemaligen Bergwerk-Industrie im 25 Hektar großen Zechenpark Friedrich-Heinrich. Dieser ist mit der Landesgartenschau 2020 (=LAGA) zu einem Naherholungsgebiet für die Menschen am Niederrhein und Ruhrgebiet geworden, der zudem verschiedene Angebote bereithält. Neben einem großen, modernen Spielplatz und dem alten Förderturm, der natürlich ins Auge fällt, ist der Tierpark KALISTO ein echter Besuchermagnet. Und genau vor dem stehen wir jetzt.

Anders als andere Tierparks

Die Kasse mit einem kleinen Shop-Bereich befindet sich direkt im modern gestalteten Café, das auch ohne Aufenthalt im Tierpark besucht werden darf. Täglich geöffnet, gibt es neben der Speisekarte mit Currywurst, Pommes & Co. sogar einen wöchentlich wechselnden Mittagstisch. Wir haben aber eine andere Mission und werden schon von Pferdetherapeut und ganzheitlicher Therapeut für Pferde/ Tiere Frank Grün begrüßt. Er macht überwiegend bis ausschließlich die Alpakas und ist eine der guten Seelen des Tierparks. Wir sind also in den besten Händen und ich freue mich auf einen kleinen Rundgang. Vorbei an einem Hühnermobil und ein paar Border Leicester Schafe merke ich schnell, dass KALISTO anders ist, als andere Tierparks. Zum einen gibt es hier auf 1,5 Hektar ausschließlich „Haustiere der Welt“ und Erdmännchen zu bestaunen und zum anderen könnt ihr die Gehege zum Teil sogar betreten und die Tiere an ausgewählten Stellen füttern.

 

 

Zugegeben, die Erdmännchen stechen ein wenig aus dem Konzept „Haustiere“ heraus, aber Frank klärt mich auf: „Warum wir hier Erdmännchen haben, ist eine berechtigte Frage. Das wollen unsere Besucher natürlich auch oft wissen. Das Erdmännchen war tatsächlich im Logo der Landesgartenschau, weil die Bergleute ja Tunnel gebaut haben, genauso wie die Erdmännchen. Da durften die kleinen Raubtiere bei uns nicht fehlen und wir möchten sie auch nicht mehr missen.“ Auf die Erdmännchen bin ich auch schon sehr gespannt, aber die besuchen wir erst später.

Besuch bei Karlotta

„Generell haben wir für die LAGA viel erneuert, u.a. auch 75 heimische Bäume sowie ein paar Bambus gepflanzt. Gleichzeitig haben wir hier ein kleines Biotop angelegt“, führt mich Frank auf eine kleine Plattform mit Blick auf den Teich. „Frösche haben sich hier noch nicht angesiedelt, aber das ist geplant.“ Wer sich aber hier jetzt schon wohlzufühlen scheint, sind zwei Kaninchen, die scheinbar aus ihrem Gehege ausgebüchst sind. „Ach, hier treiben sich die beiden rum“, lacht Frank. „Das machen die beiden regelmäßig, sind aber immer pünktlich zur Essensausgabe wieder in ihrem Gehege.“

 

 

Unser nächstes Gehege, auf das wir geradewegs zugehen, ist das des Eselpaares Kalito und Karlotta, die sich von Frank und mir ein paar Streicheleinheiten abholen. Auch hier dürft ihr in den Unterstand und die Esel mit dem dortigen Heu füttern. Direkt gegenüber gibt es einen neuen Beach-Bereich mit einem kleinen Wasserspielplatz und einem riesigen Hüpfkissen, das gerade ausgiebig von den kleinen BesucherInnen genutzt wird.

Erlebnisvoliere geplant

Dann folgt das Gehege der Miniponys, die ebenfalls darauf warten, mit Heu gefüttert zu werden. „Im November ziehen die Miniponys aber um und an dieser Stelle entsteht eine 600 Quadratmeter große, überdachte und begehbare Erlebnisvoliere mit über 200 Wellensittichen, unseren Meerschweinchen (die bereits Vorhandenen ziehen um) und einem Teich mit vielen Kois“, verrät Frank. Hört sich nach einem guten Grund an, den Tierpark bald wieder zu besuchen. Geöffnet ist übrigens das ganze Jahr über und ihr könnt sogar richtige Erlebnisse buchen. Eines davon steuern wir  jetzt an:

 

 

Mit Alpakas chillen

Hört sich surreal an? Für mich auch zuerst. Ich war bislang übrigens der Meinung, dass man Alpakas möglichst nicht anfassen soll, weil sie es nicht mögen, aber Frank, der Alpakaflüsterer bzw. -trainer belehrt mich eines bessern. „Komm wir gehen direkt in das Alpaka-Gehege“, führt mich Frank in dieses.

Nicht nur ich bin kurz aufgeregt, sondern auch die Alpakas laufen hin und her und scheinen sich vor allen Dingen auf den Besuch von ihrer menschlichen Bezugsperson Frank zu freuen. Dabei erklärt mir Frank, dass Alpakas sich auch unterhalten und je lauter sie sind, desto aufgeregter sind sie auch. Insgesamt fünf Alpakas mit den Namen Franky, Horst, Theo, Werner und Willy sind genauso gespannt, wie ich, was jetzt passiert. „Setz dich mal da vorne auf den Stein und lege deine Hände wie eine Schale übereinander“, fordert mich Frank auf und lässt ein bisschen Futter von hinten in meine Hände fallen.

 

 

Dann geht alles ganz schnell und ich verschwinde in einem Meer von Alpakas. Frank amüsiert sich prächtig und auch ich finde Gefallen daran, den Alpakas ganz nah zu sein und sie auch mal zu streicheln. „Das nennen wir mit Alpakas baden“, lacht Frank. „Das hast du bestimmt noch nicht gemacht oder von gehört, oder?“ In der Tat noch nicht und erfahre, dass man mit den Alpakas auch spazieren gehen kann. An diesem ergänzenden Erlebnis darf ich gleich auch noch teilnehmen, denn eine Gruppe hat dieses Event gebucht. Jetzt freue ich mich aber schon auf mein nächstes, kleines Abenteuer:

Erdmännchen erleben

Um zu der Anlage zu gelangen, führt uns der Weg vorbei an dem begehbaren Meerschweinchen-Gehege, in dem gerade ein kleines Mädchen eines der kleinen Bewohner füttert. Dann sind wir auch schon da und ich bin erstaunt, wie großzügig und liebevoll gestaltet die Anlage für die sieben Erdmännchen ist – übrigens ist es das grünste Erdmännchen-Gehege in Deutschland.

Hier wartet auch Michéle von Holten auf mich, die hier für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und öfters mal Stift gegen, im heutigen Fall, Mehlwürmer tauscht. Und diese hat sie für mich schon in einer kleinen Schüssel vorbereitet, damit ich diese besser an die kleinen Raubtiere verfüttern kann. Sonst bekommen die Erdmännchen übrigens Mäuse, Küken, Obst und Gemüse – eine ausgewogene Ernährung. Ich darf mich aber an die Mehlwürmer halten und wage mich mit Michele auf die Anlage.

 

 

Kampf um die Mehlwürmer

An der Tür warten auch schon die Erdmännchen auf uns und wir müssen aufpassen, dass uns keines entwischt. „Dafür habe ich einen Trick auf Lager“, grinst Michéle und schmeißt ein paar Mehlwürmer in eine andere Richtung, schließen die Tür hinter uns ohne Verluste und setzen uns an den Rand auf den Boden. Ich lege mir auf Empfehlung von Michéle ein paar der Mehlwürmer auf die flache Hand und schon bekomme ich Besuch. Eines der Erdmännchen-Damen, das Jüngste mit dem Namen Babsi, verteidigt lautstark ihre Beute auf meiner Hand und legt sich sogar komplett auf diese, damit die anderen nicht sehen, dass es was zu Essen gibt. Der Plan geht nicht immer auf und auch die anderen haben die Gelegenheit den Mehlwürmer-Snack zu genießen. Ich bin total fasziniert von den Kleinen, wie sie auf mir herumlaufen, neugierig sind und mir meine Hose zunehmend dreckig machen. „Hier kommt keiner sauber raus“, lacht Michéle, als sie sieht, wie ich zwischendurch die Hose was abklopfe, gebe mein Vorhaben aber auch sehr schnell auf.

 

 

Das perfekte Geschenk

Dieses Erlebnis ist übrigens nicht exklusiv für mich, sondern auch für euch buchbar, ab 16 Jahren möglich und eignet sich ideal als Weihnachtsgeschenk für Erdmännchen-Fans. Das Ganze nennt sich „Erdmännchen erleben“ und dauert insgesamt eine Stunde inklusive Fütterung. Habt ihr gewusst, dass die Erdmännchen die geselligsten Raubtiere Afrikas sind, sich die Erziehung der Babys teilen und sich auch beim Ausschau nach Feinden halten abwechseln? All das und noch viel mehr erfahrt ihr auch während des Erlebnisses.

Streichelzoo für Groß & Klein

Schweren Herzens muss ich mich langsam von den Erdmännchen losreißen, denn es wartet ja noch der Alpaka-Spaziergang auf mich. Da wir noch einen Moment Zeit haben, gehen wir noch in den Streichelzoo zu den Ziegen, Schafen und Lämmchen. Michéle holt mir noch schnell an der Kasse etwas Futter in Form von kleinen, frischen Möhren, was ich auch so in keinem anderen Tierpark bisher gesehen habe. Dann erahnen die Ziegen schon, dass es was zu essen gibt und eine kleine Schar bildet sich um mich herum. Ich komme fast gar nicht hinterher und auch Michéle, die ein paar Schritte neben mir steht, geht es nicht anders.

 

 

Und dann passiert es… als ich für einen kurzen Moment abgelenkt bin, schubst mich eine Ziege seitlich und ich kann mich gerade noch an einem Seil hinter mir festhalten. In dem Moment habe ich mich ein bisschen wie Keanu Reeves in Matrix gefühlt, als er den Kugeln auswich. Ich habe auf jeden Fall lange nicht mehr so gelacht und auch die freche Ziege schien mitzulachen.

Der Alpakaspaziergang

Dann ruft uns Frank, denn die Gruppe, die einen Alpakaspaziergang bzw. das Erlebnis „Chillen mit Alpakas“ gebucht hat, ist da. Gemeinsam gehen wir zum Gehege und Frank erzählt schon ein paar Anekdoten über die Alpakas und auf was man gleich achten sollte. Erstaunlich finde ich etwa, dass die Alpakas sich eine Toilette einrichten und nur an dieser Stelle ihr Geschäft verrichten. Wenn die anderen Alpakas auch müssen, stellen sie sich auch an, wie in einer Schlange am Mädelsklo in einem Club.

 

 

Als wir das Alpakagehege erreichen, warten die fünf flauschigen Knopfaugen wieder ungeduldig auf uns. Jetzt müssen Frank und Michéle nur noch die selbstgeknoteten Halfter anlegen und nach einem kurzen Kennenlernen kann es auch schon losgehen. Der Weg führt uns durch den Tierpark raus in den Zechenpark auf die Wiese und hier endet auch mein Tag im Tierpark KALISTO. Die Gruppe darf nach dem Spaziergang die Alpakas im Gehege noch füttern und kuscheln, aber das Vergnügen hatte ich ja schon.

Bucht ihr dieses Erlebnis, habt ihr die Möglichkeit, aus zwei Optionen zu wählen: der private Spaziergang zu zweit mit zwei Alpakas und Guide oder das Gruppenevent für bis zu sechs Personen inkl. Guide. Geeignet ist die Führung für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren und auch Menschen mit Beeinträchtigungen sind herzlich willkommen.

Nur zu empfehlen

Ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß heute, aber nicht nur bei den tollen Erlebnissen mit den Tieren, sondern auch bei den Gesprächen mit Frank und Michéle. Man hat richtig gemerkt, mit wieviel Herzblut sie hier arbeiten und das überträgt sich auch auf die Besucher des Tierparks, der so authentischer nicht sein kann. Im Fokus des Tierparks steht der Spaß und das Lernen in einer ganz besonderen Umgebung und die Kleinen erfahren auf spielerische Art und Weise u.a. woher das Frühstücksei kommt, was Schafe fressen oder wie sich ein Alpaka anfühlt.

Geöffnet hat der Tierpark KALISTO täglich von Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag, in den Ferien und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Ihr könnt den Tierpark auch länger besuchen und verlasst ihn später durch das Drehkreuz.

Ihr wollt mehr erfahren? Hier geht’s weiter.

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

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