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Persönlichkeiten am Niederrhein: Christina Ingenrieth – Hofheldin mit Weitsicht

26.03.2021

Heute starte ich meine nächste Reihe „Persönlichkeiten am Niederrhein“ und stelle euch interessante, spannende und beeindruckende Charaktere vor, die am schönen Niederrhein zu Hause sind und einiges zu erzählen haben. Los geht es mit Christina Ingenrieth vom Genholter Hof, die in die Fußstapfen ihrer Eltern treten wird und „ihr Ding draus macht“. Welche Herausforderungen sie dabei zu meistern hat, was sie für weitere Ziele hat und was sie so am Niederrhein liebt? Das erfahrt ihr hier…

 

Ich kenne Christina schon ein paar Jahre. Zunächst nur vom Sehen, als ich selbst Kundin im Genholter Hof war bzw. immer noch bin, und sie ihren Eltern im Hof ausgeholfen hat und später dann auch durch meinen Beruf als Journalistin und eben durch meinen Blog Niederrhein Fräulein. Hier habt ihr übrigens auch schon des Öfteren vom Genholter Hof gelesen, wenn es um das Thema Genuss oder Geschenkideen am Niederrhein geht. Daher freue ich mich sehr, dass ich Christina jetzt ein bisschen näher kennenlernen und euch vorstellen darf. Aber vielleicht habt ihr auch schon mal von ihr gehört bzw. gelesen?

Die Hofheldin

Sie ist auch eine Bloggerin und zwar für Hofheld. Das ist ein Portal zum Mitmachen, auf dem junge Menschen, entweder selbst Junglandwirte oder Jugendliche vom Land, mehr von ihrem Alltag erzählen. Ebenfalls mit dabei: Christina Ingenrieth, die ihre Blogleser hier u.a. auf ihre dreijährige Reise „Hofübernahme – ja oder nein“ mitgenommen hat. Der zentrale Satz dieser Reise: „Ich übernehme das und mach da mein Ding raus“. Die finale Entscheidung fiel damals im Urlaub in Südtirol mit ihrer Schwester Kathrin inklusive Gänsehaut, Tränen und einem verdienten Glas Sekt.

Die Entscheidung

Besonders spannend finde ich aber den Weg bis zu dieser Aussage, denn Christina hatte mit einigen Hürden zu kämpfen, die sie dennoch alle erfolgreich gemeistert hat. Ursprünglich wollte Christina den Hof eigentlich gar nicht übernehmen. Während ihres BWL-Studiums an der FH Münster gab es im Oktober 2017 aber einen folgenschweren Wendepunkt. In einem Seminar sollte sie die Augen schließen und schauen, wo sie sich in fünf Jahren befindet. Christina hat sich darauf eingelassen, die Augen geschlossen und sich auf dem Genholter Hof wiedergefunden. Da sie nach dieser Erfahrung nicht sofort zu ihren Eltern gehen und ihnen mitteilen wollte „Ich habe da mal die Augen geschlossen und übernehme jetzt doch“, hat sie sich für eine Beratung bei der Landwirtschaftskammer entschieden. Dort hat sie sich entschieden, dass sie sich ab sofort drei Jahre Zeit nimmt, um nicht nur Erfahrungen zu sammeln, sondern auch um eine fundierte Antwort auf die Frage: „Übernahme: Ja oder nein?“ zu finden. Der Stichtag war also der 1. Juli 2020 und die Antwort war klar: Ja!

Obwohl sie auch Angst hatte, wie alles wird und ob ihre Entscheidung die Richtige ist, hat ihr dabei u.a. ein Satz aus dem Buch „Mögest Du glücklich sein“ von Laura Malina Seiler geholfen: „Nicht die Angst ist in Wirklichkeit unser Feind, sondern darauf zu warten, keine Angst mehr zu haben.“ Nach diesem Satz war für sie vollkommen okay, dass die Angst ihr kontinuierlicher Begleiter ist und veranlasste sie einen anderen Blickwinkel auf die Situation zu haben. In dem Blog verrät sie auch, dass die Verantwortung für die Entscheidung für den Hof zwar bei ihr selbst liegt, aber sie weiß, dass ihre Schwester und ihre Eltern sie immer unterstützen werden. So gestärkt wird sie alle weiteren Hürden, wenn noch welche kommen sollten, ebenfalls gekonnt meistern.

Ihr Alltag

Aber wie sieht aktuell ein ganz normaler Tag für Christina auf dem Genholter Hof aus? Ihr Tag beginnt mit einem kurzen Austausch bei einer Tasse Kakao mit ihren Eltern bzw. eigentlich ihren Chefs und dem neuen Festangestellten Yannik. Hier wird dann besprochen, was am Tag ansteht. Anschließend checkt sie ihre Mails, wenn sie in der Landwirtschaft Unterstützung benötigt, packt sie natürlich mit an und auch die Social-Media-Kanäle werden von ihr bespielt. Momentan bereitet sie zusätzlich die Spargelsaison sowie Herbst-Events vor und fokussiert den Trecker-Führerschein – ihr nächstes Ziel.

Ihre Ziele

Aber Christina hat noch viel mehr Visionen und Ziele. Eine davon – die Regionalität auf und im Hof noch stärker ausbauen, so dass der Kunde bzw. Gast auf den ersten Blick sehen kann, woher der Genholter Hof seine Produkte bezieht. Gleichzeitig arbeitet sie auch daran, dass ihre Produkte auch außerhalb des Hofladens für den Endverbraucher schneller erkannt werden. Auch auf den Social-Media-Kanälen auf Facebook und Instagram möchte sie weiter Gas geben, die Hoftore sozusagen weiter öffnen und dabei Fragen klären wie: Wer ist der Genholter Hof, was macht er und warum…

Denkbar ist für Christiana auch als Beraterin zum Thema Hofnachfolge zu agieren und zu zeigen, dass man auch als „Nicht-gelernte-Landwirtin“ einen landwirtschaftlichen Betrieb führen kann.

Ihr finales, übergeordnetes Ziel: Eine Familie zu gründen und gleichzeitig den landwirtschaftlichen Betrieb ihres Freundes und ihren eigenen dann gemeinsam zu wuppen.

Ihre Freizeit

Viel Zeit für Freizeitaktivitäten bleibt da natürlich nicht, aber wenn Christina es schafft, versucht sie sich als Ausgleich und, um den Kopf mal frei zu bekommen, im Fitness-Studio in Brüggen auszupowern. Aber auch mit ihrem Freund oder ihren Mädels regional am Niederrhein Essen zu gehen, erdet sie. Zeit nimmt sie sich auch für ein gutes Buch. Nur in der Hochsaison, zur Spargelzeit, fehlt ihr dazu die Muße und ihre Augen fallen dann abends einfach von alleine zu. Ist sie besonders motiviert, schnappt sich Christina ihren Freund und dreht eine Runde durch Niederkrüchten, hier wohnt sie derzeit. Dabei tauschen sich die beiden über den Tag aus und haben auch eine Lieblingsfrage: Was war dein Highlight heute?

Besonders gut gefällt mir ihr abendliches Ritual – das Lesen ihrer „Stärkenzettel“. Hier haben all ihre Freunde und Familienmitglieder einmal aufgeschrieben, was in ihren Augen ihre Stärken sind. Diese Zettel geben ihr gerade in den Zeiten Kraft, in denen die Zukunft, wie so oft gerade, unsicher wirkt. 

Ihre Heimat

Christina ist übrigens ganz vernarrt in ihre Heimat – dem schönen Niederrhein. Immer wieder staunt sie bei Spaziergängen durch die niederrheinische Landschaft: „Wahnsinn, wir wohnen hier, wo andere Urlaub machen.“ Das fällt ihr auch häufig auf, wenn sie auf Instagram die Bilder von niederrheinpix bestaunt. Einen Tipp hat sie für euch übrigens auch noch: Wandern im Elmpter Schwalmbruch: „Dieses Naturschutzgebiet gibt einem mit seinen vielen verschiedenen Facetten einfach eine Menge Kraft, die wir gerade jetzt alle besonders gebrauchen können.“

Vielen Dank, dass ich dich näher kennenlernen durfte, liebe Christina und bis bald wieder im Hofladen!

Mehr Infos zum Genholter Hof findet ihr hier: https://www.genholter-hof.de und hier https://niederrhein-tourismus.de/genuss/genholter-hof

 

 

 

 

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

Ich freue mich, wenn ihr mich auf meiner Reise durch den Niederrhein begleitet!

 

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