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Meine Reisemobil-Tour – Teil 2: Von Kempen bis nach Alpen

12.08.2022

Ich habe es schon wieder getan! Ich war nochmal mit einem Reisemobil von Lutz & van Bebber GmbH – Gelderland-Mobile unterwegs und habe mich dieses Mal für einen Besuch der Stellplätze in Kempen und Alpen entschieden. Das Besondere hier: die liebevoll gepflegten Anlagen, die sympathischen Gastgeber dort und natürlich die Nähe zu den charmanten Innenstädten inkl. jeder Menge Freizeitmöglichkeiten. Was kann man sich mehr wünschen?

 

Der erste Weg führt meinen Fotografen Malte und mich erstmal wieder nach Geldern. Dort bekomme ich, wie bei meinem ersten Besuch im Mai, meinen schon bekannten Wegbegleiter – das 7,40 Meter lange Reisemobil Carado T448 Edition 15 Modell 22. Ausgestattet ist dieser mit vier Schlafplätzen, einer Toilette, einem Fernseher, einem gemütlichen Sitzbereich, einem relativ großen Kühlschrank, einer Küchenzeile mit Gasherd und Spülbecken, einer Markise und einem Fahrradträger. Kurz: Es gibt es hier alles, was man für einen Kurzurlaub benötigt. Nach einer kleinen Auffrischung in Sachen Strom, Grauwasser, Markise & Co. kann es auch schon losgehen.

Warum ich so begeistert von einem Urlaub mit dem Reisemobil bin, habe ich euch ja schon im ersten Teil meines Reisemobil-Blogbeitrags verraten, kann es aber nicht oft genug wiederholen: Ich liebe einfach das Gefühl unabhängig und flexibel zu sein, den Niederrhein wieder von einer anderen, neuen Seite kennenzulernen und dort einfach zu bleiben, wo es einem gefällt.

 

 

Es gibt aber noch fünf weitere, gute Gründe:

  • es ist günstiger als ein Pauschalurlaub – gerade, wenn ihr als Gruppe reist, könnt ihr prima Kosten wie Stellplatz, Benzin & Co. aufteilen
  • ihr seid euer eigener Herr – es gibt keine festen Check-in- oder Check-out-Zeiten, ihr könnt selbst bestimmen, wo und wie man z.B. frühstückt und wenn es euch nicht mehr gefällt, wo ihr seid, fahrt ihr einfach weiter
  • jede Menge Spaß für die Kleinen – anders als bei der Anreise oder Fahrt mit dem PKW haben eure Kinder genug Platz für Spiele & Co. und auch die Stellplätze und die direkte Umgebung bieten ordentlich Abwechslung und Action
  • die besondere Atmosphäre – als Camper kommt man schnell mit den Nachbarn ins Gespräch, wird schon mal spontan zum Grillen oder Kaffee eingeladen und hat am Ende des Urlaubs noch ein paar neue Freunde gewonnen
  • keine Etikette – ihr könnt so zum Essen gehen, wir ihr möchtet; oft wird im Hotel auf eine bestimmte Kleidungsordnung wert gelegt, im Reisemobil könnt ihr auch im Schlafanzug frühstücken, wenn ihr Bock darauf habt

 

 

Stopp 1: Reisemobilpark Kempen

Jetzt aber zu meinem ersten Halt. Der Stellplatz liegt in Kempen direkt neben der Sauna- und Wasserwelt AquaSol an der Berliner Allee. Schon die erste Freizeitmöglichkeit, die ihr euch merken könnt, denn hier erwartet euch ein lichtdurchflutetes Hallenbad, das flächengrößte Freibad am Niederrhein sowie eine entspannende Saunaanlage auf einem offenen Dachgarten inklusive Eisbrunnen und gemütliche Lounges.

Dann biegen wir mit dem Reisemobil auch schon um die Ecke und fahren auf den Stellplatz. Zur Rechten kommen wir an einer Holzhütte vorbei, in der sich die Rezeption befindet. Davor wartet schon Familie Riedel und Familie Plaschka und weisen uns den Platz mit der Nummer 1 zu. Nachdem wir professionell eingeparkt haben, freue ich mich schon mehr über den privat geführten Platz zu erfahren. Zuerst werden wir aber als Nicht-erfahrene-Camper enttarnt. „Normalerweise ist auf Stellplätzen Schrittgeschwindigkeit, aber ihr wart sehr schwungvoll unterwegs“, lacht Matthias Plaschka, während seine Frau uns schon mit Getränken versorgt. Jetzt haben wir schon mal was dazugelernt und geloben beim nächsten Mal Besserung.

Das ganze Jahr Saison

Seit 2011 führen die beiden Familien den Reisemobilpark Kempen Hand in Hand und rund 29 Reisemobile haben hier Platz – so viel konnte ich schon vorab herausfinden können. „Genau, unser erster Gast war damals ein Holländer“, erinnert sich Dieter Riedel. „Und wenn wir mehr Platz brauchen, können wir nebenan auf dem Parkplatz um weitere 20 Plätze erweitern, inklusive Stromversorgung via Schaltkasten“, ergänzt er. Hier ist übrigens das ganze Jahr Saison und auch im Januar und Februar sind durch die Saunalandschaft gleich nebenan viele Camper da. „Mit am meisten Betrieb ist tatsächlich im Dezember wegen der tollen Weihnachtsmärkte in der Region“, ergänzt Matthias.

Über 18.000 Übernachtungen verzeichnet der Reisemobilpark im Schnitt pro Jahr, davon sind 85 Prozent Stammkunden und kommen aus dem gesamten Umkreis, aus dem Ruhrgebiet oder aus dem Raum Aachen. Manche Besucher kommen jedes Wochenende.

 

 

Buchbar ab zwei Nächte

Buchen könnt ihr den Stellplatz direkt telefonisch oder online ab zwei Nächte. Auch die Preise sind sehr attraktiv. Die ersten beiden Tage kosten je 10 Euro und ab dem dritten Tag sind es dann komplett 27 Euro. „Oft sind sich Gäste unsicher, wie lange sie bleiben sollen oder buchen nur einen Tag, aber dann schicken wir sie einfach in die schöne Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, Geschäften und Restaurants und meisten bleiben sie länger als geplant. „Der Rekord bei einem Gast, der nur einen Tag bleiben wollte, lag bei einer Verlängerung auf drei Wochen. Am Ende hat er sogar noch Freunde dazu geholt“, erzählt Dieter.

Echte Heimatliebe

Dass die Familien Ihre Heimatstadt Kempen lieben, wird schnell deutlich. „Die Thomasstadt ist einfach toll, es gibt so viel zu entdecken und zu erleben. Die vielen kleinen inhabergeführten Geschäfte und Restaurants, die historischen Sehenswürdigkeiten – hier lassen sich wunderbar mehrere schöne Stunden verbringen. Zu Fuß sind es gerade mal zwölf Minuten bis zum Kuhtor“, ergänzt Frau Plasckka. „Das war uns auch wichtig, als wir damals aus dem teilweise verwilderten Parkplatz einen Reisemobilpark gemacht haben – Stadt- und Naturnähe sowie Freizeitmöglichkeiten wie ein Schwimmbad.“ Gleich neben gibt es übrigens auch noch eine Skaterbahn sowie einen Tennis- und Basketballplatz und das Ganze soll von der Stadt noch erweitert werden, verrät mir Dieter weiter.

 

 

Die Wohlfühl-Rezeption

Auch die Gäste mit Hunden erleben hier einen entspannten Urlaub und solltet ihr als Gast Besuch bekommen und habt zu wenig Sitzmöglichkeiten, bekommt ihr ein paar Camping-Stühle an der Rezeption geliehen. Hier bekommt ihr auch einen Stadtplan zur Orientierung, Radkarten mit dem praktischen Knotenpunktsystem oder originelle Mitbringsel aus der Region wie den Kempener Stadthonig. Eine kleine Bücherecke mit teilweise sogar niederländischen Werken lädt zum Schmökern ein.

 

 

Neuerungen geplant

Jetzt freue ich mich über einen kleinen Rundgang und erfahre erstmal, dass die Stellplätze unterschiedlich groß bzw. tief sind. „Zwei Plätze haben ein Tiefe von acht Metern, die anderen sind neun Meter tief und fünf haben stolze 11 Meter für die größeren Reisemobile“, erklärt Matthias.

Auf dem ganzen Platz gibt es überall Pflanzen und kleine Hecken und man sieht, dass der Reisemobilstellplatz mit viel Liebe gepflegt und gehegt wird. „Wir sind immer bemüht Dinge zu verändern, anzupassen und zu erneuern. Nächstes Jahr sind auch Duschen und Toiletten geplant, weil die Nachfrage so groß geworden ist“, bestätigt Dieter. Das dürfte auch die vielen internationalen Gäste freuen, die jedes Jahr nach Kempen kommen und aus Holland und Belgien anreisen, aber auch aus Italien, der Schweiz, Dänemark und Schweden.

 

 

Stopp 2: Reisemobilstellplatz Alpen

Jetzt geht es schon zum nächsten Stellplatz nach Alpen. Der von der Gemeinde betriebene Reisemobilstellplatz „An der Motte“ befindet sich am östlichen Rand von Alpen und liegt nur wenige Gehminuten – exakt 685 Meter – vom Ortskern entfernt. Die Ausgangslage, um unterschiedliche Geschäfte, Restaurants und Cafés sowie weitere Freizeitmöglichkeiten zu besuchen, ist schon mal perfekt. Genau hier stand damals die erste Burg Alpens – eine Motte, so ist auch der Name des Stellplatzes entstanden.

Als wir eintreffen, empfängt uns schon der Platzwart Wolfgang Kottwitz, genannt „Kotti“ und zeigt uns den Stellplatz für heute. Dann biegt noch ein Auto auf den Platz und Petra Romba von der Wirtschaftsförderung der Gemeinde gesellt sich mit Blümchen zu uns. „Schön, dass das Niederrhein Fräulein uns besucht, denn heute ist auch ein ganz besonderer Tag. Der Stellplatz feiert zehnjähriges Bestehen und zur Feier des Tages bekommst du und die anderen Gäste Blumen geschenkt und auch die Übernachtung ist gratis“, löst Petra die Situation auf. Perfektes Timing würde ich sagen.

 

 

Alles, was Camper brauchen

„Jetzt zeige ich euch aber erstmal alles und führe euch herum“, lädt uns Kotti ein. 11 geschotterte, ebene und großzügig eingerichtete Stellflächen mit den Maßen 6,50 x 7,50 m bieten jede Menge Platz für euer Wohnmobil. Dazu kommen zwei Stromsäulen mit jeweils vier und acht Anschlüssen, eine Wasserzapfstelle und eine Entsorgungsstation. „Wir haben hier einer der beliebtesten Entsorgungsstationen in der Region, weil diese so einfach zu bedienen ist“, bestätigt Kotti. „Deswegen kommen sogar auch Nicht-Gäste zu uns und können diese gegen eine Gebühr von drei Euro nutzen. Für unsere Gäste, die für den Stellplatz 9,50 Euro pro Tag zahlen, ist die Entsorgung natürlich kostenfrei.“

Ein paar Schritte weiter befinden sich zwei große Schaukästen mit Informationen rund um den Stellplatz, wie, wo man sich anmelden kann und wie es z.B. mit der Mülltrennung aussieht. Der andere Schaukasten informiert über die Freizeitmöglichkeiten in und um Alpen.

 

 

Die gute Seele des Platzes

Benötigen die Gäste noch etwas, steht Kutti mit Rat und Tat zur Seite, denn er wohnt mit seiner Frau direkt neben dem Stellplatz. „Unser Kutti ist ein echter Glücksgriff. Er ist sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr von 10 bis 22 Uhr erreichbar. Und sollte er mal nicht in seiner Holzhütte sein, gibt es eine Klingel“, bestätigt Petra. Dass Kutti Spaß macht, was er tut, sieht man ihm definitiv an und das merken auch seine Gäste. Seine letzte Runde dreht er um 22.30 Uhr, schaut, ob alles in Ordnung ist und hält noch das ein oder andere Pläuschen. Und wenn die Gäste spät ankommen, gibt es bei Kutti immer noch ein Kaffee oder was zu trinken.

„Wir hatten auch schon Gäste aus Portugal, Brasilien, Schweden, Griechenland, Spanien und Italien bei uns, aber natürlich auch viele aus den Niederlanden“, bestätigt Kutti. „Und viele Gäste kommen auch immer wieder, weil sie auch die gute Lage hier schätzen.“ Und die ist hier wirklich hervorragend.

 

 

Jede Menge Freizeitmöglichkeiten

Direkt hinter dem Stellplatz können Gäste übrigens auch den Tennisplatz buchen oder auch das angrenzende Fitness-Studio gegen eine Gebühr nutzen. Wer etwas Strandfeeling sucht, kann das sieben Kilometer entfernte Strandbad „Rick’s Beach“ am südwestlichen Ufer des Freizeitsee Menzelen besuchen. Der weiße Sandstrand erinnert an Mallorcas Strände, es gibt einen großen Schwimmbereich mit einer sehr guten Wasserqualität und einen Nichtschwimmer-Teil für Kinder. Auch an die Hunde wird mit einem eigenen Bereich gedacht und regelmäßig finden Beach-House-Partys statt.

Noch ein Tipp, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid: Der Waldspielplatz Bönninghardt mit neuer Toilettenanlage und einem Kiosk bietet jede Menge Action für die Kleinen. Hier findet Ihr ein großes Klettergerüst mit 10m-Rutsche, ein Piratenschiff, einen Kletterturm, einen Traktor, ein Spielhaus und vieles mehr.

Geschichts-Fans kommen im Heimatmuseum Veen und in der alten Dorfschmiede Menzelen-Ost auf Ihre Kosten, Angler können die zehn Minuten entfernte Teichanlage Ohlmannshof nutzen und sogar Planwagenfahrten (buchbar über den Reitstall Albers/Dams) sind möglich.

Möchtet ihr andere Städte in der Umgebung erkunden, liegen Xanten, Wesel und Kamp-Lintfort in der unmittelbaren Umgebung. Oder wie wäre es mit der 37 Kilometer langen Radtour „Alpentour am Niederrhein“? Der Rundkurs orientiert sich an fast 30 Sehenswürdigkeiten und der Geschichte der Gemeinde. Die Route kann aber auch erwandert werden. Alpen liegt zusätzlich an den überregionalen Radrouten „NiederRheinroute“, Boxteler Bahn und ist integriert im Radverkehrsnetz NRW, welches alle Städte und Gemeinden des Landes NRW miteinander verbindet.

 

Weitere Infos rund um das Thema Reisemobile am Niederrhein findet ihr hier.

 

 

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

Ich freue mich, wenn ihr mich auf meiner Reise durch den Niederrhein begleitet!

 

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