A A A

Hohe Mark Steig – Der neue, naturnahe Fernwanderweg mit Etappenzielen

20.05.2022

Habt ihr schon was von dem „Hohe Mark Steig“ gehört? Im Sommer 2021 wurde der naturnahe Wanderweg eröffnet und erstreckt sich in sieben Etappen auf einer Gesamtlänge von etwa 150 Kilometern quer durch den Naturpark Hohe Mark von Wesel bis nach Olfen. Ich habe für euch die erste Etappe mit rund 23,4 km „Schmuckstücke rund um die Hansestadt Wesel am Rhein“ zum Teil getestet und dabei die Schönheiten des Niederrheins genossen: beruhigende Seeblicke, weite Landschaften, knorrige Kopfweiden, saftig grüne Rheinwiesen und malerische Auenlandschaften. Meine Highlights dieser Tour erfahrt ihr hier…

 

Unser Startpunkt für die erste Etappe des Hohe Mark Steig ist der Auesee. Mein Fotograf Malte und ich parken auf einem kostenfreien Stellplatz am Aueseedamm 39 (fürs Navi) und finden ein paar Schritte weiter schon eine große Hinweistafel, die mehr Informationen über den neuen, naturnahen Fernwanderweg bereithält. Direkt daneben, entdecken wir auch die schon bekannten Hörerlebnisse, die hier bei Anruf etwas über „Die Hüter der Deiche“, den Schafen, erzählen. Bevor es für uns losgeht, verrate ich euch aber noch etwas mehr über die Hintergründe des Wanderweges.

 

 

Der Hohe Mark Steig

Mit den insgesamt sieben abwechslungsreichen Etappen durch den Niederrhein, das nördliche Ruhrgebiet und das Münsterland mit Haupt-, Wasser- und Zugangswegen oder den etwas abseits gelegenen Rundwegen „LandStreifer“, habt ihr alle Möglichkeiten, den Hohe Mark Steig auf eure Art und Weise zu erkunden. Was aber alle Wege gemeinsam haben? Pure, unberührte, aber auch abwechslungsreiche Natur!

Ausgezeichnet…

Erst vor kurzem hat der Hohe Mark Steig übrigens ein Qualitätssiegel erhalten. Dabei waren die strengen Kriterien des Deutschen Wanderverbands für Qualitätswanderwege schon bei der Entwicklung des Weges der einzuhaltende Maßstab. Zwei Punkte waren die überwiegend naturnahen Wegbeschaffungen und eine wanderfreundliche Ausschilderung. Der Hohe Mark Steig ermöglicht weiter mit Info-Stelen, Sitzbänken, Rastplätzen und Schutzhütten nicht nur ideale Orientierung, sondern auch Komfort. Hinzu kommen die zahlreichen Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten sowie Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr. Kurz: Der Hohe Mark Steig bietet ein hohes Qualitätsniveau, das durch das Siegel jetzt ausgezeichnet wurde.

… und vielschichtig

Der neue Fernwanderweg soll einfach dazu einladen, die Landschaft zu Fuß und bewusst zu erkunden, sich auf etwas Unbekanntes einzulassen, sich als Teil des Ganzen zu fühlen und ins Staunen zu geraten, wie schön die Region ist. Dabei darf man sich auch gerne mal fragen, ob der fantastische Sonnenaufgang oder das umwerfende Panorama gerade real ist. Ihr dürft euch auf Landschaften mit Perspektivenwechsel freuen, wie Wiesen und Weiden im Wechsel mit Baumgruppen und Heidelandschaften, große Waldflächen und hügelige Gebiete, Wasserlandschaften geformt durch Seepanoramen und weitläufige Flussaue. Der Hohe Mark Steig, der sich durch den Naturpark Hohe Mark erstreckt, bietet euch alles, was das Wanderherz begehrt. Das Beste: Ihr könnt entscheiden, wo ihr anfangt.

 

 

Der Auesee

Auf der Hinweistafel, vor dem wir immer noch stehen, heißt es „Atmen Sie die Weite, hören Sie die Stille und erleben Sie Landschaften mit einmaligen Ausblicken“ und genau das, haben wir jetzt auch vor. Das Gute, auch bei diesem Wanderweg, es gibt überall kleine pinke Schilder, die anzeigen, dass wir noch richtig sind. Den folgen wir auch und erreichen nach ein paar Metern geradeaus den Auesee mit einem Schild, das auch hier weitere Informationen über das Erholungsgebiet gibt. Die Seefläche ist rund 175 Hektar groß und das erste Strandbad dort wurde 1970 fertiggestellt. Genutzt wird der Auesee sogar ganzjährig von Wassersportbegeisterten, Tauchern, Anglern & Co..

 

 

Von hier aus könnt ihr nur links den Weg nehmen und folgt so dem Ufer des Auesees. Immer wieder gibt es hier versteckte Möglichkeiten direkt an den See zu gelangen und Bänke zum Ausruhen. Ein ganz besonders schönes Exemplar fällt mir nach ein paar Metern ins Auge – die Bank hat einen pinken Rahmen bzw. Beine und ist tatsächlich eine Hohe Mark Steig-Bank. Natürlich muss ich einmal kurz Probe sitzen und den Ausblick genießen. Aber nicht nur der Seeblick ist beeindruckend, sondern auch der Blick links vom Weg mit den Kopfweiden, den Wiesen und einem Damm, auf dem einige Radfahrer gerade unterwegs sind. Kurz vor Ende unseres Weges am Auesee hat man einen komplett freien Blick auf das Wasser und auch hier muss ich kurz innehalten.

 

 

Die Grav-Insel

Von unserem Startpunkt bis zum „Ende des Sees“, zumindest für uns, sind es knapp 1,5 Kilometer. Ab hier haltet ihr euch gefühlt geradeaus und steuert einem Damm an, den ihr hoch geht und diesem rechts folgt. Als kleine Unterstützung dienen auch hier die pinken Hohe Mark Stieg-Schilder an markanten Stellen. Links seht ihr die weiten Rheinwiesen, die Altrheinarme und ein Stück weiter auch den gut besuchten Campingplatz und das Erholungszentrum Grav-Insel. Dies ist auch gleichzeitig die erste Einkehrmöglichkeit am Rande des Fernwanderweges bzw. könnt hier im Inselshop oder der Bäckerei Verpflegung kaufen. Zwischendurch kommen einem auch auf dem Damm Radfahrer entgegen und rechts entdecken wir auch ein paar Schäfchen. Insgesamt einen Kilometer legen wir hier zurück, bis wir zur Einfahrt der Grav-Insel kommen. An dieser Stelle endet unser etwa ein Kilometer langer Weg auf dem Damm.

 

 

Perspektivenwechsel

Wir überqueren kurz die Straße und erfahren auf einem Wegweiser, dass es von hier aus 4,2 Kilometer bis Diersfordt bzw. in Richtung Schloss Diersfordt sind – unser nächstes großes Ziel auf der Etappe. Ein kleines Stück geht es entlang der Straße nach links, um dann direkt nach rechts in die Altrheinstraße abzubiegen. Wenige Schritte weiter finden wir schon das nächste pinke Hohe Mark Stieg-Schild, das links in den Hasenweg weist. Ein kleines Wohngebiet folgt und in Höhe der Hausnummer 19 führt uns das nächste Schild nach links.

Hier erwartet euch ein echter Perspektivenwechsel, denn ein ganzes Stück der Etappe leitet uns jetzt durch den Wald. Auch hier finden wir wieder die wichtigen, pinken Hinweisschilder, die uns den weiteren Weg anzeigen. An einer Lichtung halten wir uns links, dann wieder rechts und es geht weiter geradeaus. An einem Pfosten mit einem gelben Schild und der Nummer 64 gehen wir etwas den Weg hoch und folgen dem Waldweg weiter. Ab und zu kommen uns andere Wanderer entgegen, rechts entdecken wir einen Hochsitz und nach einer Weile biegen wir an einer Kreuzung nach rechts ab, wie es uns das pinke Schild vorgibt.

 

 

Rund um Diersfordt

Ein Wegweiser offenbart, dass es jetzt noch 1,8 Kilometer bis Diersfordt sind. Geradeaus in den Weg „Lindenberg“ hinein finden wir nach einiger Zeit rechts ein altes Ehrenmal, das 1927 auf Initiative des Kriegervereins Diersfordt zum Gedenken an die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Diersfordt errichtet wurde. Der weitere Weg führt uns an einem Wohnhaus auf der linken Seite vorbei, später an einem alten braunen Bauwagen, bis zu einem Parkplatz an der Mühlenfeldstraße. Auch hier müssen wir die Straße einmal überqueren, um die letzten 600 Meter bis Diersfordt zu meistern. Ganz in der Nähe befindet sich übrigens auch der Diersfordter Waldsee, der zu einem kleinen Abstecher quasi schon einlädt. Wir halten uns weiter auf dem „pinken“ Weg und gehen eine Baumallee entlang, gefolgt von einem etwas waldigen Stück. Jetzt erreichen wir wieder eine Hauptstraße direkt am Landgasthof „Am Jäger“, die wir auch wieder überqueren. Ein schmaler Wanderweg führt uns direkt zur nächsten Hohe Mark Steig-Bank, dieses Mal mit Rückenlehne, aber ebenso mit pinkem Rahmen. Von hier aus geht es direkt durch ein Wildgatter in den Diersfordter Wald.

Zwischen Moore und Stege

Auch die restliche Etappe bleibt spannend. Das nächste Highlight ist eine Moorlandschaft im Diersfordter Wald – das Große Veen. Hier erwartet euch ein echtes Kleinod mit einem Komplex aus offenen Dünen, Mooren, Kiefern und Eichenwäldern. Wenn ihr Glück habt, entdeckt ihr den Moorfrosch oder die seltenen Pflanzenarten wie der Sonnentau oder das Wollgras. Der Weg windet sich teils über sandige Wege und Holzbohlenstege durch die einmalige und unvermutete Heidemoorlandschaft weiter in die Stemkens Heide, die von Binnendünen, Sandtrockenrasen und Sandheiden geprägt wird.

Das nächste Kleinod, was durch seinen Charme überzeugt, ist der verträumte Heideweiher „Schwarzes Wasser“ – Wesels ältestes Naturschutzgebiet. Auf schmalen Pfaden, durch hochgewachsenen Eichen- und Kiefernmischwald führt euch der Steig durch den Diersfordter Wald und dann nach Blumenkamp, einem ruhig gelegenen ländlichen Ortsteil von Wesel. Auf dem letzten Teilstück geht es entlang der Issel und zum Endpunkt dieser Etappe auf dem Hohe Mark Steig. Das Ziel hier – das Kulturdenkmal „Die Bärenschleuse“.

Insgesamt umfasst die erste Etappe 23,4 Kilometer und dauert etwa sechs Stunden. Weitere Gastgeber dieser Etappe sind u.a. das Waldhotel Tannenhäuschen, das Hotel Zuhause bei Hoffmann und das Welcome Hotel Wesel.

Wenn ihr mehr über den Hohe Mark Steig und die weiteren Etappen erfahren wollt, findet ihr hier mehr Infos.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

Ich freue mich, wenn ihr mich auf meiner Reise durch den Niederrhein begleitet!

 

Hier findet ihr mich auch