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Helden am Niederrhein – Kreis Heinsberg

17.04.2020

In meinem letzten Teil meines „Helden gesucht“-Aufrufs widme ich mich dem Kreis Heinsberg, der einen Helden hat, zu dem ich die meisten Nachrichten bekommen habe – Landrat Stephan Pusch. Aber auch andere Helden haben es in meine leicht ausgebaute TOP 4 geschafft…

 

Der Krisenheld – Stephan Pusch

„Die Pandemie machte einen Landrat aus Nordrhein-Westfalen zum bekanntesten Kommunalpolitiker der Republik. In sechs Wochen wurde er zum Vorbild im Kampf gegen das Coronavirus.“ So beginnt „Der Spiegel“ seinen Artikel über Stephan Pusch.

Das Wort Vorbild trifft es hier definitiv, aber mir fallen noch viele weitere Wörter ein, die das ausdrücken, was Stephan Pusch, den ich selbst im letzten Jahr auf der ITB in Berlin persönlich kennenlernen durfte, geschafft hat und was ihn als Mensch ausmacht. So geht es auch vielen Bewohnern des Kreises Heinsberg, die mir fleißig Nachrichten geschickt haben. Manuela Wirtz zum Beispiel schrieb: „Für mich ist unser Landrat Stephan Pusch der absolute Held! Gründe dafür habe ich unzählige! Er hat weit über seine Pflichten gearbeitet und die Bevölkerung immer sachlich, aber sehr menschlich informiert.“ Auch für Christiane Klein ist Stephan Pusch ein echter Held: „Unser Landrat hat ein riesiges Dankeschön für die Arbeit, die er mit den Mitarbeitern des Krisenstabes seit nunmehr sieben Wochen leistet, verdient. Er ist immer ehrlich und besonnen und klärt die Menschen im Kreis Heinsberg wirklich sehr gut auf. Er hat vielen die Angst genommen und zeigt durch seine Social-Media-Präsenz, dass auch Politik nur menschlich ist. Er hat den Kreis Heinsberg zur Solidarität verholfen – Vielen Dank!“ Und auf Instagram schrieb mir auch Tierfotograf Matthias Pütz: Unser Landrat Stephan Pusch ist definitiv hier der Held mit seinem Krisenstab.“

Aufgewachsen in dem 2000-Seelen-Dorf Kleingladbach im Kreis Heinsberg inklusive Vereinsleben, Messdienern und Pfadfindern hat Stephan Pusch schon früh soziale Kompetenz und Empathie gelernt und was es heißt, eine Gemeinschaft zu pflegen und ein Herz für andere zu haben. Wenn jemand ein Problem hatte, regelte er es gerne und ergriff deshalb auch seinen Traumberuf Anwalt und wurde später auch Politiker. Seit 2004 ist der dreifache Familienvater Stephan Pusch Landrat im Kreis Heinsberg.

Täglich informiert Stephan Pusch in dieser schweren Zeit mit selbstgedrehten, zehnminütigen Videobotschaften, wie es um den Kampf gegen die Corona-Pandemie steht. Dabei ist er auch schon mal sehr persönlich, macht klare Aussagen und Ansagen, ist verständnisvoll, transparent, mitfühlend und macht vor allen Dingen Mut. Hut ab! So besonnen und ehrlich ist wohl aktuell kein Politiker in der aktuellen Krise. Klar, dass unzählige TV-Interviews, Talkshow-Auftritte & Co. folgten und ganz Deutschland und sogar andere Länder Stephan Pusch jetzt kennen. Auch, weil er ganz offen Kritik am Krisenmanagement in Berlin und Düsseldorf geübt hat, weil Bund und Land aus seiner Sicht die Krise in den ersten Wochen unterschätzt haben. Dabei ging es in erster Linie um dringend benötigtes Schutzmaterial. Kurzerhand hat Stephan Pusch nicht nur die Bundeswehr um Hilfe gebeten, sondern auch die chinesische Regierung in einem öffentlichen Brief, die sehr schnell unterstützt hat.

Vielen Dank also auch von mir noch mal für die Menschlichkeit, den Einsatz und das Mutmachen in dieser schwierigen Zeit, lieber Stephan Pusch!

Foto: Stephan Pusch / Quelle: Kreis Heinsberg

 

Die Mutmach-Hasen von Lea Knur

Melanie Ehren hat mir die wahrscheinlich jüngste Heldin in der Corona-Krise vorgeschlagen – Lea Knur, die mit 10 Jahren besonders älteren Menschen eine Freude bereitet hat. „Vor Ostern hat sie sich Gedanken gemacht, wie schlimm es für die Bewohner von Altenheimen sein muss, keinen Besuch zu bekommen. Da kam sie auf die Idee „Mutmach-Hasen“ für die Bewohner zu basteln, die mit einer netten Botschaft versehen wurden. Diese Aktion hat bei Facebook so vielen gut gefallen, dass sich spontan viele Helfer gefunden haben und mittlerweile sind über 1.575 Hasen (Stand: 15. April) verteilt worden. Sich solche Gedanken zu machen, mit 10 Jahren, finde ich großartig und deshalb ist Lea für mich eine Heldin!“, schrieb Melanie Ehren mir.

Ich wollt mehr über diese tolle Aktion erfahren und habe direkt recherchiert. Dabei habe ich gesehen, dass die Mutmach-Hasen auf Facebook sogar eine eigene Seite haben: einfach im Suchfeld bei Facebook oben „Mutmach-Hasen“ eingeben und schon kann man den Verlauf der Aktion verfolgen und sich die schönen Hasen auch mal anschauen. Total süß sind auch die Nachrichten, die die Hasen zieren wie z.B.: „Denk an das, was Dich immer zum Lächeln bringt. Du bist nicht allein!“ Unter anderem im Wegberger Altenheim der Heinrichs Gruppe sind die Mutmach-Hasen bereits angekommen und auch die Bewohner des Hermann-Josef-Altenheim Erkelenz konnten sich schon über die Aktion freuen, sowie das Alten- und Pflegeheim St. Gereon in Wassenberg, das Johanniter-Stift Erkelenz, das Alten-Pflegeheim Am Waldrand in Wassenberg und viele weitere.

Viele Kindergärten und Grundschulen haben sich von der kleinen Heldin inspirieren lassen und schicken nicht nur Lea weitere Mutmach-Hasen, sondern beliefern mit ihren Mutmach-Hasen ebenfalls Altenheime in ihrer Region. „Es ist wirklich beeindruckend, wo mittlerweile überall Lea´s Mutmach-Hasen gebastelt und verteilt werden. Von Mönchengladbach, Aachen, Kommern in der Eifel, Köln bis zum Main-Tauber-Kreis habe ich Nachrichten erhalten. Gestern dann habe ich eine Zuschrift von Rachel Malcolm aus Walkertown in North Carolina bekommen, die nun die süßen Mutmach-Hasen auch in den USA mit ihren Kindern basteln möchte. Die Reaktionen der Menschen sind zu tiefst berührend, die Leitungen berichtet von Freude bis zu Tränen in den Augen“, schrieb mir auch die Lea’s Mutter Silke Knur stolz.

Vielen Dank für diese tolle Aktion liebe Lea Knur!

Foto 2: Die Mutmach-Hasen / Quelle: Silke Knur

 

Jede Menge Aktionen vom St. Lambertus Kindergarten

Für Corinna Behnen ist der St. Lambertus Kindergarten in Wassenberg-Birgelen eindeutig heldenhaft und hat mir sehr ausführlich von den tollen Projekten, Aktionen und Ideen geschrieben, die sich das Team hat einfallen lassen. Seit Aschermittwoch sind die Kinder im Kreis Heinsberg daheim, ohne Kindergarten, ohne Schule, ohne Notbetreuung. „So wurden die Erzieherinnen schnell aktiv für unsere Kinder. Sie bastelten schon Schultüten für die Vorschulkinder und gestaltetem jedem Kind eine Ostertüte mit Mal- und Bastelvorlagen und Leckereien, die sie bereits vor Wochen schon den Kindern an die Haustüren brachten.“

Schon diese Aktion ist bemerkenswert, aber das war noch längst nicht alles. „Über die Facebook-Gruppe des Kindergartens organisierte unser Kindergarten ein wunderbares Programm. Unter der Schirmherrschaft von Erzieherin Ilona Meisen stellten sie jeden Tag Videos für die Kinder online. Dort sangen und tanzten sie für die Kinder, stellten Bastelideen vor, wie das Legen von Naturbildern, eröffneten Familien-Challenges, stellten Experimente vor, sendeten Material für die Vorschulkinder, riefen zum Malen für zwei neugeborene Kälbchen auf oder luden zu einer gemeinsamen Traumreise ein. Darüber hinaus lädt die Kindergartengruppe regelmäßig zum Videochat ein. Die Kinder können sich so sehen und gemeinsam singen oder sich auch zum Geburtstag gratulieren.“ Echt toll, dass die Erzieherinnen dieses Kindergartens für so viel Abwechslung sorgen und somit auch die Eltern unterstützen.

„Auch unsere Kindergartenleiterin, Gitta Heckers, welche mit Beginn der Sommerferien in Rente geht, ließ es sich nicht nehmen den Kindern ausführlich Videos zum Palmsonntag und Osterfest zu senden, die sie liebevoll mit einem kleinen Puppenspiel gestaltete. Zu Palmsonntag organisierte sie in Kooperation mit der Kirche das Basteln von Palmwedeln. Zwar alles zuhause, aber das Material konnten die Kinder in der Kirche abholen. Eine weitere große Überraschung wartete Ostersonntag auf alle. Die Erzieherinnen hatten im nahegelegenen Wald entlang des Kreuzweges eine Osterolympiade vorbereitet. Verschiedene Aufgaben und Fragen rund um das Thema Ostern warteten auf die Familien.“ Auch der Kindergartenzaun wurde mit den Regenbogenbildern der Kinder geschmückt. Und vom Kindergarten aus ist bereits eine Schlange von bunt angemalten Steinen gestartet, die rund um die Kirche reichen soll.

Der St. Lambertus Kindergarten hat sich aber nicht nur um die „kleinen Menschen“ gekümmert, die Erzieherinnen riefen auch zum Basteln von Ostergeschenken für „ältere Menschen“ auf. „Es kamen so viele kleine Präsente zusammen, dass jeder Senior in Birgelen und auch viele Menschen im Altenheim beschenkt werden konnten. Nicht nur an die Kleinen wird gedacht, auch die Alten werden nicht vergessen. Denn auch sie haben es in dieser Krise besonders schwer. Ich könnte noch ewig über das Engagement unseres Kindergartens schreiben. Meine Kinder freuen sich jeden Tag auf ein neues Video und haben große Freude daran den tollen und ideenreichen Aufgaben nachzueifern. Wir fühlen uns so verbunden und nicht so alleine. Getreu dem Motto: HS – be strong. Gemeinsam sind wir stark. Nicht zuletzt dank unseres Kindergartens. Danke, ihr Helden!!! Ihr gebt uns so viel.“

Da kann ich mich Corinna Behnen nur anschließen! Solch ein Einsatz hat Respekt und ein dickes Dankeschön verdient!

Foto 3: Die bunte Stein-Schlange / Quelle: Corinna Behnen


Persönliche Helden mit Herz

Mich haben auch wieder viele Nachrichten erreicht, in denen mir ganz persönliche Helden genannt werden, wie etwa von Martin Lowis. Für ihn ist seine Schwägerin Vanessa Deklerk eine Heldin. „Sie ist verheiratet und hat eine zweijährige Tochter. Neben ihrer normalen Arbeit auf einer Intensivstation im Krankenhaus geht sie nach einem Hilferuf in einem Altenheim dort Zusatzschichten machen. Sie arbeitet und hilft in dieser schweren Zeit den gefährdeten und einsamen alten Menschen. Für mich ein Zeichen wahrer Größe.“

Christiane Klein fallen gleich mehrere Menschen ein, die Helden sind und „ein großes Dankeschön verdient haben, aber die fast immer vergessen werden, obwohl sie wirklich ganz vorne mitarbeiten.
Der Rettungsdienst des Kreises Heinsberg und seine Mitarbeiter, die sie sich täglich auch dieser Gefahr aussetzen. Manchmal werden sie zu Einsätzen gerufen, die eben (in Zeiten von Corona) nicht nach einer Covid-19 Erkrankung aussehen, sich aber im Nachgang rausstellt, dass es eine war. Selbst wenn es kein Corona gäbe, riskieren sie oft ihre eigene Gesundheit für andere. Wenn man sich die Nachrichten ansieht, wie oft da welche auf Mitarbeiter der Polizei oder des Rettungsdienstes los gehen…“ Aber auch den Kindern im Kreis Heinsberg möchte sie auch „Dankeschön“ sagen, die auf so vieles verzichten müssen und alles einfach so hinnehmen.

Dirk Heinen bezeichnet die gesamte Elternschaft im Kreis Heinsberg als Helden und sendete mir via Instagram die Nachricht, dass diese ein „Danke“ verdient haben – weil sie den „Kindern einen sicheren Hafen bieten, ohne selber eine Perspektive auf Erlösung bzw. einen Termin der Lockerung der Einschränkungen vor Augen haben. Den eigenen Kindern ein Spielkamerad sind und rund um die Uhr seit so vielen Tagen permanent, ohne Unterstützung bzw. Ablenkung (Schule, Kita, Zoo, Schwimmbad, Freunde, Großeltern…) zur Seite zu stehen.“

Vielen Dank an die ganzen Helden im Kreis Heinsberg!

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

Ich möchte euch mit zu meinen Lieblingsplätzen nehmen, Menschen und Unternehmen vorstellen, die den Niederrhein ausmachen, von tollen Events berichten, euch interessante Insider-Tipps in Sachen Shopping, Restaurants & Co. geben und noch vieles mehr – ihr dürft gespannt sein!

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