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Die Tüschenbroicher Mühle: Gehobene Gastlichkeit

02.07.2019

… mit 1.000-jähriger Geschichte und malerischer Landschaft

Keine 15 Minuten von mir entfernt, ist die Tüschenbroicher Mühle in Wegberg ein beliebtes Ausflugsziel, dass ich zwar kenne, aber bisher nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Übrigens ein klassischer Fehler des Niederrheiners an sich – er guckt oft nicht nach links und rechts und fährt zwecks Erholung eher weiter weg, anstatt sich in seiner direkten Umgebung umzuschauen. Umso mehr freue ich mich, dass ich die Tüschenbroicher Mühle jetzt näher kennenlernen darf. Denn nicht nur das Restaurant bietet mit seiner über 100-jährigen Tradition großartiges Essen, sondern ist gleichzeitig auch perfekter Startpunkt, um einen entspannten Spaziergang auf dem brandneuen Wanderweg zu genießen, um eine Partie Minigolf zu spielen oder um auf einem Boot zu Wasser die Gegend zu erkunden….

Es ist Mittagszeit, die Terrasse ist bei dem schönen Wetter gut besucht und wir treffen gleich den Geschäftsführer der Tüschenbroicher Mühle Jörg Krapoll. Wir sitzen direkt am Wasser und haben einen wunderbaren Blick auf den großen Weiher mit dem Schloss Tüschenbroich als traumhafte Kulisse. Unser Tisch ist stilvoll eingedeckt: eine weiße Tischdecke, ein silberner Platzteller mit dem Tüschenbroicher Mühle-Wappen, eine Sonnenblume in der Vase als kleiner Farbklecks… Versunken in die tolle Landschaft und schon total entspannt bemerke ich erst gar nicht, dass Jörg Krapoll schon an unserem Tisch steht. „Mehr Niederrhein geht nicht – Wasser, Wald, zwei Mühlen, eine alte Kapelle, ein altes Schloss, … “, schmunzelt er, als er mein Träumen bemerkt und damit hat er auch mehr als recht – der Niederrhein ist hier in seiner ganzen Vielfalt, wie in einem Gemälde, perfekt eingefangen. Höchste Zeit, mehr über diesen Ort zu erfahren, immerhin befinden wir uns mitten in 1.000-jähriger Geschichte. Seit 1836 ist die Tüschenbroicher Mühle bereits im Familienbesitz und liegt am Südtor des Naturpark Schwalm-Nette, eingebettet in einem europäischen Vogelschutzgebiet.

Authentische & regionale Küche

Das Restaurant leitet Jörg Krapoll seit 2000 und befindet sich direkt neben einer alten, stillgelegten Kornmühle aus dem 14. Jahrhundert, die aktuell aufwändig restauriert wird und im Sommer auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Als neben uns die Gäste ihr Essen serviert bekommen, fängt auch mein Magen langsam an zu knurren und ich freue mich schon so sehr darauf, das Restaurant endlich testen zu dürfen… mein gefühlt immer hungriger Fotograf Malte natürlich auch! Zur Auswahl stehen gleich zwei verschiedene Karten. Auf einer kleinen Ausflugskarte finden Wanderer und Radfahrer alles, was das Ausflüglerherz begehrt – und das vom großen gemischten Salat mit pikant gebratenen Putenbruststreifen bis hin zur obligatorischen Currywurst mit Pommes. Aber auch verwöhnte Gourmets kommen hier garantiert auf ihre Kosten und können sich zum Beispiel a la carte für ein 5-Gang-Menü oder zum Beispiel für die beliebte Tüschenbroicher Forelle, die hier frisch gefangen wird,  entscheiden. „Wir legen großen Wert auf eine leichte, ehrliche und authentische Küche mit saisonalen Zutaten“, erklärt Jörg Krapoll. „Das bedeutet auch, dass wir unsere Zutaten wie Kartoffeln, Wild & Co. direkt aus der Region beziehen. Aktuell stehen saisonale Highlights wie Pfifferlinge und Matjes auf der Karte, aber auch Kuchen und Desserts mit frischen Beeren.“

Ein Blick in die Karten und ich weiß schon, was ich bestellen werde. An dieser Stelle muss ich mich kurz als Schnitzel-Fan outen, wer mich kennt, wird gerade schmunzeln, mit den Augen rollen und „typisch“ denken, aber ich bin, was Essen angeht, oft sehr leicht durchschaubar und selten für eine Überraschung gut. Also entscheide ich mich für das Wiener Schnitzel vom Kalb mit einem lauwarmen Kartoffel-Gurkensalat und mariniertem Rucola. Vorab gibt es einen kleinen Gruß aus der Küche – Lachsterrine mit Fenchelsalat an Honig-Senf-Soße, aber auch verschiedene Brotsorten mit einem sehr leckeren Kräuter-Quark. Auch das Wiener Schnitzel ist genauso, wie ich es liebe, dünn und mehr als zart. Der krönende Abschluss unseres kleinen Lunch: Ein Trifle von Rhabarber und Mascarpone und süßen Erdbeeren – perfekt angerichtet.

Nach so einem tollen Essen brauche ich jetzt definitiv etwas Bewegung und bevor wir den neuen Premiumwanderweg des Naturpark Schwalm-Nette mit Jörg Krapoll entdecken, geht es zunächst zur Minigolfanlage. Zugegeben, ich muss an meiner Schlagtechnik noch etwas arbeiten, aber Spaß macht es auf jeden Fall… auch ohne „Hole in One“.

Auf zur „Tüschenbroicher Runde“

Dann holt uns Jörg Krapoll auch schon ab und es geht es vorbei an den anderen Weihern samt Angelpark in Richtung Ölmühle. „Unser Premiumwanderweg ist noch ganz neu, mit etwa vier Kilometern durchaus entspannt und bequem machbar und trägt den schönen Namen Tüschenbroicher Runde“, freut sich Jörg Krapoll. Auch die Ölmühle, die man vom Restaurant aus nur aus der Ferne sehen konnte, passieren wir jetzt. Er erzählt uns weiter, dass sich das Mühlrad auch heute immer noch dreht und die Ölmühle von einem Künstlerehepaar bewohnt wird. Sonntags steht das Atelier übrigens für Besucher offen. Nach einem kleinen Stückchen durch den Wald kommen wir an der Ulrichskapelle an, ein echtes Kleinod mitten in der Natur. Perfekt für freie Trauungen, aber auch für Beerdigungen eine immer beliebtere Möglichkeit, um in aller Ruhe Abschied zu nehmen. Die Geschichte hinter der Kapelle beginnt vor 350 Jahren. Einer schaurigen Legende nach, wurde sie zur Sühne errichtet, für einen Mord eines Tüschenbroicher Grafen an seinen Bruder, der in einem Messerturm mit tausenden Klingen zu Tode kam. „Wenn man den Weiher trocken legen würde, würde man heute diesen Messerturm auch noch finden“, erzählt uns Jörg Krapoll auf dem Rückweg weiter. Wer noch mehr Geschichte und Sagen über das Schloss Tüschenbroich und die Umgebung erfahren möchte, kann an den Führungen des Naturpark Schwalm-Nettes teilnehmen und erfährt mehr unter:

https://niederrhein-tourismus.de/auszeit/naturpark-schwalm-nette

Mein Fazit: In der Tüschenbroicher Mühle trifft spannende Geschichte und eine malerische Umgebung auf kulinarischen Hochgenuss – der perfekte Tagesausflug für alle, die sich eine kleine Auszeit vom Alltag wünschen, auch mit der ganzen Familie, und eine regionale und vor allen Dingen authentische Küche zu schätzen wissen.

Ein kleiner Tipp für den Herbst: Am 20. September könnt ihr euch auf einen romantischen Piano-Abend mit einem 5-Gänge-Menü freuen, im Oktober heißt es wieder „Wild auf Wild“ und auch die Gans wartet ab Ende Oktober/Anfang November wieder darauf direkt am Tisch tranchiert zu werden.

Weitere Infos findet ihr hier:

https://niederrhein-tourismus.de/faszinationsfeld-kultur-in-der-natur/tueschenbroicher-muehle

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Über mich

Ich bin Nicole, freie Journalistin, waschechte Niederrheinerin und ganz verliebt in meine Heimat!

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