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Auf Entdeckungstour mit der Tourist Information Xanten

31.07.2020

Ich gebe es zu – ich bin ein kleiner Xanten-Fan geworden. Ich habe viele tolle Museen besucht, die Xantener Südsee getestet, aber den Kurpark, den habe ich bisher irgendwie ausgelassen. Ein fataler Fehler! Ich war überrascht, wie toll und vielseitig er geworden ist. Ein Trimm-dich-Pfad, zwei Spielplätze, ein Bibelgarten, zahlreiche Insektenhotels, Wildblumenwiesen, eine Kneippanlage und ein Gradierwerk, das salzhaltiges Wasser zu einer Art salzhaltigem Nebel zerstäubt, machen ihn zu einem perfekten Ausflugsziel für Groß und Klein. Rund 2,3 Kilometer misst ein Kurpark-Rundgang, der im letzten Jahr feierlich eröffnet wurde. Auch an der Kriemhildmühle haben wir pausiert, die einzige Mühle am Niederrhein, die noch täglich in Betrieb ist…

 

Es sind dezente 30 Grad, als wir in Xanten ankommen. Die Stadt ist gut besucht und unser Weg führt meinen Fotografen Malte und mich als erstes zur Tourist Information Xanten (TIX). Hier treffen wir auf die Geschäftsführerin Sabine van der List, die uns direkt auf eine kleine Tour durch Xanten einlädt. Unser Ziel: Der im letzten Jahr neu eröffnete Kurpark – das Herzstück des Luftkurortes Xanten. Luftkurort? Ja, ihr habt richtig gelesen. Mir war das ehrlich gesagt neu, aber schon am 7. Juli 2014 wurde Xanten mit dieser besonderen Auszeichnung bedacht. „Im Zuge dessen sollte ein Kurpark innerhalb der historischen Wallanlage entstehen. Im März 2015 begann dann die Planung. Auch die Xantener Bürger konnten sich einbringen“, erklärt mir Sabine. „So entstand nicht nur ein Kurpark für die Touristen, sondern auch für die Einheimischen. Die Wege durch den Park sind natürlich barrierefrei, mit energiesparenden LEDs neu beleuchtet und viele Dinge wie Sitzbänke, Liegen, Abfallbehälter & Co. wurden vereinheitlicht. Insgesamt wurden 64.000 Stauden und 117.000 Blumenzwiebeln, aber auch Bäume gepflanzt, sowie zahlreiche Highlights wie die Kneippanlage umgesetzt.“ Und genau die schauen wir uns jetzt an.

Kneippen für Anfänger

Vor uns liegt ein zehn Meter langes und vier Meter breites Kneipptretbecken mit einem davor installierten Wassertisch für kalte Armbäder. Während Sabine ihre Arme in das Bad taucht, nutze ich die Gelegenheit, das große Tretbecken auszuprobieren. Jetzt trifft es sich ganz gut, dass es muckelig warm ist und ich mich so kurz abkühlen kann. Und das Beste: Sabine und ich tun etwas zur Stärkung unseres Herz- und Kreislaufsystems. Der erste Kontakt mit meinen Füßen und dem Wasser ist mehr als knackig kalt, aber ich gewöhne mich schnell an die Temperatur. Langsam wate ich durch das Becken und drehe meine Runden. „Die Lehren von Sebastian Kneipp und dem damit verbundenen gesunden und naturverbundenen Lebensstil sind aktueller denn je. Auch junge Leute achten heute mehr auf ihre Gesundheit“, betont Sabine, während ich wieder aus dem Becken steige. „Rund um das Kneipp- und Gesundheitsthema haben wir viele Kooperationen mit Gesundheitsanbietern wie z.B. Yoga, aber das Angebot bauen wir aktuell noch weiter aus. Im nächsten Jahr feiern wir z.B. 200 Jahre Kneipp.“

Frische Seeluft aus Xanten

Direkt gegenüber befindet sich schon das nächste Highlight, das wir uns anschauen – das Gradierwerk – ein neun Meter hoher und 25 Meter langer Holzbau mit Schwarzdorn-Reisigbündeln, der salzhaltiges Wasser zu einem salzhaltigen Nebel zerstäubt. „So hat man das Gefühl, dass man direkt am Meer ist. Durch das Einatmen wird die Durchblutung der Lunge und der Sauerstofftransport ins Blut stimuliert“, erklärt mir die Geschäftsführerin weiter. Das muss ich auch ausprobieren! Rund um das Gradierwerk befinden sich überdachte Sitzbänke und ich finde gerade eine, die noch nicht besetzt ist. Das Angebot wird scheinbar mehr als gut angenommen. Angenehm kühl und herrlich entspannend sitzt man hier, atmet die frische Seeluft ein, schaltet ab…. Ich könnte jetzt genau so ein paar Stunden sitzen bleiben, aber es gibt hier im Kurpark noch viel mehr zu entdecken.

„Direkt hinter dem Gradierwerk ist unser Barfußpfad. Gefüllt mit verschiedenen Materialien wie Steine und Rindenmulch kann man hier nach Kneipp einen durchblutungsfördernden Abhärtungseffekt erzielen. Auch die Fußmuskulatur wird trainiert und die Körperhaltung reguliert“, erklärt mir Sabine. Klar, dass ich das auch kurz testen muss. Dann geht es auch schon weg vom Westwall weiter vorbei an dem ersten Spielplatz, auf dem gerade einige Kinder toben, bis zum nächsten Highlight am Übergang vom West- in den Südwall – dem Bibelgarten.

Ort der Ruhe

„Das ist ein kleiner Ort der Ruhe mit über 20 verschiedenen Pflanzen, die im Alten und Neuen Testament erwähnt werden“, verrät mir Sabine. Ich bin zwar nicht so der Pflanzenkenner, entdecke aber einen Feigenbaum, Rosen, einen Olivenbaum, eine weiße Lilie und noch vieles mehr. Mein Blick fällt hier allerdings auch auf die Bänke, die eine Art Code tragen. „Ja, hier im Kurpark wurden die Bänke mit Plaketten versehen, sogenannte Notrufbänke. Den Code, den du siehst, sind die Geodaten des Standortes hier. Wenn du diese Daten bei einem Notfall an den Rettungsdienst weiterleitest, wissen die Einsatzkräfte genau, wo sie dich finden“, weiß die Geschäftsführerin. Eine tolle Idee, die tatsächlich Leben retten kann.

Digitaler Reiseführer

Unser Weg führt uns weiter durch den Kurpark, in Richung Südwall mit den zahlreichen Stauden… Zeit, noch mehr über Sabine und der TIX zu erfahren. Sie erzählt mir, dass sie seit 1998 Teil des TIX-Teams ist, 2013 Geschäftsführerin wurde und am Ende des Jahres in Rente gehen wird: „Der Abschied fällt mir nicht leicht, aber ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge, aber noch ist es ja nicht so weit und zusammen mit meinem Team habe ich noch einiges vor.“ Eines der Projekte, dass sie zusammen mit ihrem Team umgesetzt hat, ist die App „Xanten für Alle“. „Das ist unser mobiler, digitaler Reiseführer durch unsere Stadt, den man kostenlos runterladen kann. Man wird durch Xanten geführt und erhält dabei zahlreiche Informationen. Und wenn jemand kein Handy hat, um diese App zu nutzen, kann man sich beim TIX eins leihen. Für sehbehinderte Menschen stehen spezielle Audios zur Verfügung“, fügt Sabine hinzu. „Wir bieten auch wieder öffentliche Führungen und Gruppenführungen an, natürlich unter Berücksichtigung der Hygienemaßnahmen. Interessierte können sich gerne bei uns im TIX melden.“

Spiel, Sport & jede Menge Spaß

Langsam nähern wir uns am Ostwall dem größten Abenteuerspielplatz des Kurparks, der Skateranlage und dem Trimm-dich-Pfad. Dabei kommen wir an einer Schmetterlingswiese, zahlreichen Insektenhotels, lokaler Kunst und großen Freiflächen vorbei, auf dem man picknicken oder Ball spielen kann. Als ich den Spielplatz sehe, habe ich direkt selber Lust nochmal Kind zu sein, aber ich versuche mich zu beherrschen. Ein Kaufladen, eine Burg mit Hängebrücke, eine Kletterwand, ein Netztunnel und vieles mehr lassen hier Kinderherzen definitiv höherschlagen. Meines schlägt etwas höher, als ich den angrenzenden Trimm-dich-Pfad bzw. den 4Fcircle Bewegungsparcours sehe. Versteht sich von selbst, dass ich den ebenfalls kurz austesten muss. Ich schaffe zwar nicht wirklich Klimmzüge – hab wohl doch noch was Pudding in den Armen –, aber bei den anderen Übungsstationen stelle ich mich etwas besser an. „Hier kann man u.a. Koordination, Kraft und Ausdauer trainieren. Auf diversen Schildern wird alles verständlich erklärt und Empfehlungen ausgesprochen. Der Trimm-dich-Pfad wird sehr gut angenommen, im Sommer besonders in den frühen Abendstunden“, ergänzt Sabine. „Der Kurpark ist auch die perfekte Laufstrecke“, lacht sie, als ein paar Jogger an uns vorbeilaufen.

Pause an der Kriemhildmühle

Unsere letzte Station heute führt uns in Richtung Klever Tor zum Nordwall mit der bespielbaren Drachenskulptur und der Außengastronomie der Kriemhildmühle. „Erschaffen hat die zwölf Meter lange und über zwei Meter hohe Skulptur mit dem Namen „Drache Gordo“ die Künstlerin Nicole Peters mit über 100.000 bunten kleinen Mosaiksteinchen und einer regen Beteiligung von vielen großen und kleinen Künstlern aus der Bevölkerung“, erzählt mir Sabine. Direkt hinter dem Drachen sehe ich auch schon die Kriemhildmühle mit vielen verschiedenen Verweilmöglichkeiten. Hier machen wir auch eine kleine Pause, kaufen uns an der Selbstbedienungstheke ein kühles Getränk und beobachten das Geschehen um uns herum. Ich merke richtig, wie ich noch mehr runterkomme, das Wetter und die Umgebung genieße und den Alltag ein Stück weit vergesse. „Wir können auch gleich mal in die Kriemhildmühle gehen, sie ist eine der wenigen Mühlen in Deutschland, die noch täglich in Betrieb ist. Hier wird nicht nur das Korn gemahlen, sondern auch direkt in der Backstube zu Vollwertbrot und -gebäck verarbeitet.“ Gesagt, getan und die perfekte Gelegenheit ein Brot mitzunehmen und mein Abendessen für heute zu sichern. Aber es gibt noch andere Bioprodukte hier zu kaufen und wie ich auch erfahre, kann man sogar Führungen hier buchen und für einen Euro den Kranz der Mühle erklimmen. Das mach ich definitiv bei meinem nächsten Besuch.

Wohnen mit Komfort in alten Gemäuern

Auf dem Weg zurück zum TIX erzählt mir Sabine noch, dass aktuell bis Ende August das Siegfriedmuseum und das StiftsMuseum in Xanten freien Eintritt haben und der LVR Archäologischer Park Xanten mit seinem RömerMuseum aktuell nur fünf Euro Eintritt kostet. Und wer länger hier bleiben möchte, für den hält das TIX ganz besondere Ferienwohnungen bereit. „Wir haben sechs Appartements in historischen Gemäuern. Drei befinden sich im Klever Turm, eine im weißen Turm, eine im Pesthäuschen und die größte Wohnung mit 115 Quadratmetern ist direkt gegenüber der TIX“, weiß Sabine und schon ist unsere Tour leider schon zu Ende. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf den nächsten Aufenthalt.

Was Xanten sonst noch alles zu bieten, könnt ihr jetzt selber entdecken. 😉 Ich wünsche euch schon mal viel Spaß und schreibt mir gerne, was ihr in Xanten so alles erlebt habt!

 

Hier könnt ihr euch auch noch inspirieren lassen:

https://niederrhein-tourismus.de/gastgeber/xanten-erleben-urlaub-in-historischen-gemaeuern

https://niederrhein-tourismus.de/freizeit/ueber-stock-und-stein

https://niederrhein-tourismus.de/ortsportrait/xanten

https://niederrhein-tourismus.de/reisemobil/xanten

https://niederrhein-tourismus.de/freizeit/xanten-erleben

 

2 Kommentare zu “Auf Entdeckungstour mit der Tourist Information Xanten”

    Monika Kolonko says:

    Sehr geehrte Damen und Herren..sehr angetan bin ich von Ihrem Kurs Park Erlebnis in Xanten….meine Frage….wie lange braucht man in etwa für diese Strecke….und darf Hund auch mit?2.5 km ist ja nicht so lang…aber da Sie von Mehreren Attraktionen sprechen ,braucht es vielleicht doch etwas Zeit…die wir auch hätten.Vielen Dank für eine Rückmeldung.MFG Monika Kolonko

    Nicole Marks says:

    Liebe Monika, das freut mich sehr! Ein Hund darf natürlich auch mit… wir haben mit verschiedenen Haltepunkten etwa 1 bis 1 1/2 Stunden gebraucht, aber die Strecke ist auch in einer halben Stunde zu schaffen, wenn man zügig geht. Aber es lohnt sich, an verschiedenen Highlights zu pausieren. Also sich Zeit zu nehmen, ist da ein guter Plan. Ich wünsche auf jeden Fall schon mal ganz viel Spaß. Viele liebe Grüße, Nicole

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